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Friedhof
Erbaut 1945

Sowjetischer Ehrenfriedhof

Über diesen Ort

Ein Ehrenfriedhof der Roten Armee, im Juni 1945 angelegt, auf dem in den ersten zehn Monaten des Friedens 640 sowjetische Militärangehörige bestattet wurden.

Juni 1945

Im Juni 1945 wurde dieser „Ehrenfriedhof der Roten Armee“ eingerichtet[1] — zwei Monate nachdem amerikanische Truppen die Stadt eingenommen hatten und wenige Wochen, nachdem die sowjetische Besatzung Thüringen übernommen hatte. Bis April 1946 wurden dort 640 sowjetische Militärangehörige beigesetzt: Menschen, die während des Zweiten Weltkrieges getötet wurden oder an dessen Folgen verstarben.[1]

Was die Zahl bedeutet, 1945

640 Gräber in zehn Monaten sind, in einer Stadt dieser Größe, ein Maß dafür, dass der Krieg mit seinem Ende nicht aufhörte. Viele der hier Bestatteten starben nach dem Mai 1945 — an Verwundungen, an Krankheiten, an den Verhältnissen eines zerstörten Landes. Es sind dieselben Monate, in denen die sowjetische Besatzung das Lager auf dem Ettersberg als Speziallager Nr. 2 wiedereröffnete. Beides gehört in dasselbe Jahr und wird selten zusammen erzählt.

Besuch

Die Stadt führt den Friedhof als frei zugänglich.[1] Es gibt keine Kasse, keine Öffnungszeiten und keine Website — und es ist ein stillerer Ort als jedes Denkmal Weimars, was in der Regel sein Sinn ist.

Was Besucher fragen

Was ist der Sowjetische Ehrenfriedhof?
Ein Ehrenfriedhof der Roten Armee, im Juni 1945 angelegt, zwei Monate nachdem amerikanische Truppen die Stadt eingenommen hatten und wenige Wochen, nachdem die sowjetische Besatzung Thüringen übernommen hatte.[1]
Warum so viele Bestattungen im ersten Friedensjahr?
Bis April 1946 wurden dort 640 sowjetische Militärangehörige beigesetzt[1] — Menschen, die während des Krieges getötet wurden oder an dessen Folgen verstarben. Viele starben nach Mai 1945, an Verwundungen, Krankheiten und den Verhältnissen eines zerstörten Landes: ein Maß dafür, dass der Krieg mit seinem Ende nicht aufhörte.
Was geschah gleichzeitig noch?
In denselben Monaten eröffnete die sowjetische Besatzung das Lager auf dem Ettersberg als Speziallager Nr. 2 wieder — zwei Tatsachen, die in dasselbe Jahr gehören und selten zusammen erzählt werden.
Kann man den Friedhof besuchen, kostet es etwas?
Ja — die Stadt führt ihn als frei zugänglich.[1] Es gibt keine Kasse, keine Öffnungszeiten und keine Website; es ist ein stillerer Ort als jedes Denkmal Weimars, was in der Regel sein Sinn ist.

Quellen

  1. Kirchen und Friedhöfe — Stadt Weimar, abgerufen am 29. August 2026

Besuchsinformationen

Lage

In Weimars Geschichte

Epochen

Angelegt unter der sowjetischen Besatzung, die der DDR vorausging, und über deren vierzig Jahre gepflegt.

Fünfundvierzig Jahre lang war Weimar eine Provinzstadt, die der Staat sich nicht zu vernachlässigen leisten konnte — denn die Klassik, die sie verwahrte, war die Ahnenreihe, die die DDR für sich beanspruchte.

Seine Toten sind die des Krieges — bestattet in denselben Monaten, in denen die sowjetische Besatzung das Lager auf dem Ettersberg wiedereröffnete.

Das Regime wollte Weimar wegen dessen Namen — und errichtete auf dem Berg über der Stadt ein Konzentrationslager. Beides gehört zu denselben zwölf Jahren.