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Historisches Gebäude

Wielandgut Oßmannstedt

Wielandstraße 16, 99510 Ilmtal-Weinstraße OT Oßmannstedt

Über diesen Ort

Rund zehn Kilometer nordöstlich von Weimar liegt das Gut, auf dem Christoph Martin Wieland von 1797 bis 1803 lebte und schrieb — er nannte sich hier einen poetischen Landjunker und den Ort sein Osmantium. Begraben ist er im Park, womit dies das einzige der großen Weimarer Dichterhäuser ist, das zugleich das Grab ist.

Ein Schriftsteller, der Land wollte

Die anderen nahmen Hofämter und Stadthäuser. Wieland nahm ein Gut. Er nannte sich einen „poetischen Landjunker“ und den Ort nach römischem Vorbild sein „Osmantium“, und die sechs Jahre hier waren Arbeitsjahre und kein Ruhestand. Das barocke Herrenhaus ist heute Museum, die Räume teils original erhalten, und die Dauerausstellung trägt jenen Anspruch im Titel, den die Zeitgenossen für ihn erhoben: „Der erste Schriftsteller Deutschlands“.

Der Obelisk im Park, 1813

Sein Grab liegt im romantischen Park hinter dem Haus: ein dreiseitiger Sandstein-Obelisk, 1813 beigesetzt neben seiner Frau Anna Dorothea und neben Sophie Brentano. Weimars andere berühmte Tote liegen versammelt auf zwei Friedhöfen in der Stadt, in städtischer Obhut, zu festen Öffnungszeiten. Wieland liegt im eigenen Garten — und in diesem Unterschied steckt der Mann.

Ein Haus, das weiterarbeitet

Im Gebäude sind außerdem ein Forschungszentrum und die Wielandakademie untergebracht, die Seminare und Kurse veranstaltet; das Gut wird also genutzt und nicht bloß gezeigt. Der Park bewahrt eine Lindenallee und eine alte Streuobstwiese aus seiner Zeit, der Eintritt ist frei, geöffnet wird in der Saison von Mittwoch bis Montag. Man muss dafür kurz aus Weimar hinaus — das ist der Preis dafür, zu sehen, wie die Epoche aussah, wenn jemand sich entschied zu gehen.

Was Besucher fragen

Warum zog Wieland auf ein Gut statt in der Stadt zu bleiben?
Die anderen nahmen Hofämter und Stadthäuser; Wieland nahm ein Gut, nannte sich einen poetischen Landjunker und den Ort nach römischem Vorbild sein Osmantium. Er lebte und schrieb dort von 1797 bis 1803 — Arbeitsjahre, kein Ruhestand.
Wo ist er begraben?
Im romantischen Park hinter dem Haus, unter einem dreiseitigen Sandstein-Obelisken, 1813 beigesetzt neben seiner Frau Anna Dorothea und neben Sophie Brentano — das einzige der großen Weimarer Dichterhäuser, das zugleich das Grab ist.
Kann man es besichtigen, und ist der Eintritt frei?
Ja, der Eintritt ist frei. Mittwoch bis Montag, 11–17 Uhr, dienstags geschlossen und im Winter geschlossen.
Was gibt es sonst noch auf dem Gut?
Ein Forschungszentrum und die Wielandakademie, die Seminare und Kurse veranstaltet, dazu eine Dauerausstellung im barocken Herrenhaus und ein Park mit Lindenallee und alter Streuobstwiese aus seiner Zeit.

Verbundene Persönlichkeiten

Schriftsteller • Dichter • Übersetzer

Hier lebte und schrieb er von 1797 bis 1803; 1813 wurde er im Park beigesetzt.

Besuchsinformationen

Eintritt

Eintritt frei

Öffnungszeiten

Mi–Mo 11–17 Uhr; dienstags geschlossen; im Winter geschlossen

Lage

Wielandstraße 16, 99510 Ilmtal-Weinstraße OT Oßmannstedt

Offizielle Website

In Weimars Geschichte

Epochen

Weimarer Klassik17751832

Die Alternative der klassischen Generation: kein Hofamt, sondern ein Gut zehn Kilometer draußen.

Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.

Rund um Weimar

Ilmtal-Weinstraße

Nordöstlich

Das Gut liegt in Oßmannstedt, einem der sechzehn Dörfer dieser Gemeinde.