Die DDR übernimmt die Klassik
1953 fasste die DDR Goethes und Schillers Wohnhäuser, die Parks, das Nietzsche-Archiv und die Landesbibliothek in einer einzigen Einrichtung zusammen. Deren Nachfolgerin führt Weimar bis heute.
Ein Dach über allem
1953 gründete die DDR die Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur, kurz NFG. Es war die erste Dachorganisation dieser Art hier, und sie vereinte die schon 1921 verstaatlichten großherzoglichen Kulturbestände, den 1948 enteigneten Privatbesitz der Linie Carl Augusts, die Sommerresidenzen samt Parkanlagen, das Nietzsche-Archiv und die Thüringische Landesbibliothek.[1]
Pflege und Kontrolle waren dasselbe
Es liegt nahe, das als Kulturpolitik abzulegen und weiterzugehen. Treffender ist, beides zugleich zu sehen: Ein Staat, der das klassische deutsche Erbe als eigene Ahnenreihe beanspruchte, hatte allen Grund, es ordentlich zu bewahren — und allen Grund, über seine Bedeutung zu bestimmen. Bewahrung und Deutung kamen in derselben Einrichtung zusammen, und nur eine von beiden stand zur Debatte.
Was daraus wurde
Nach der Wiedervereinigung wurden die Institutionen und Sammlungen der NFG im Oktober 1991 in die neu gegründete Stiftung Weimarer Klassik eingegliedert, zunächst unselbständig, seit 1994 selbständig.[1] Diese Linie führt unmittelbar zur heutigen Klassik Stiftung Weimar, der Trägerin des meisten, was es zu sehen gibt.
Quellen
- Geschichte der Klassik Stiftung — Klassik Stiftung Weimar, abgerufen am 29. August 2026
Historische Orte
Historische Orte
Humboldtstraße 36, 99425 Weimar
Gehörte zu den Beständen, die die NFG 1953 unter ihrem Dach zusammenfasste.
Epoche
1945–1990
Die Einrichtung, durch die die DDR das klassische Erbe Weimars hielt und deutete.
1990–Gegenwart
Ihre Sammlungen gingen im Oktober 1991 an die Stiftung Weimarer Klassik über, seit 1994 selbständig — die Trägerin der klassischen Stätten von heute.