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Corona Schröter

1751–1802
deutsch
SängerinSchauspielerinKomponistin

Biografie

Das Weimarer Hoftheater der 1770er Jahre war eine Liebhaberbühne: Der Hof spielte für den Hof, der Herzog und sein Geheimrat standen selbst auf der Bühne. Corona Schröter war die Berufskünstlerin darunter — und man sah den Unterschied.

Eine Konzertsängerin mit nachlassender Stimme, 1751–1776

1751 in Guben geboren, war sie mit Vater und Geschwistern als Sängerin auf Konzertreisen gegangen, bis die Stimme nachließ — zu früh und zu hart geschult, sagen die Biographen. In dieser Lage holte Goethe sie: Im März 1776 kam sie als Kammersängerin und Schauspielerin nach Weimar, eine Berufskünstlerin von fünfundzwanzig Jahren, in eine Stadt, in der Theaterspielen etwas war, das der Adel nach dem Essen tat. Sie übernahm die weiblichen Hauptrollen, im Schauspiel wie im Singspiel, und spielte sie an Goethes Seite.

Iphigenie, 6. April 1779

Am Osterdienstag 1779 wurde die erste Prosafassung von Goethes Iphigenie gegeben, Schröter in der Titelrolle, Goethe selbst als Orest. Die Neue Deutsche Biographie sagt unumwunden, sie habe ihn zu dieser Figur inspiriert — die Rolle war also auf die Frau hin geschrieben, die sie dann spielte. Das Urteil des 19. Jahrhunderts über diesen Abend war nicht maßvoll und musste es nicht sein: Sie stellte Iphigenie nicht dar, sie war Iphigenie.

Komponistin — und ein leiser Abgang, 1779–1802

Sie komponierte auch. Von der Weimarer Bühne zog sie sich nach und nach zurück und starb 1802 in Ilmenau, mitten in den klassischen Jahrzehnten und weitgehend außerhalb der Geschichte, die über sie erzählt wird.

Was Besucher fragen

Welche Verbindung hat Corona Schröter zu Goethe?
Er holte sie im März 1776 als Kammersängerin und Schauspielerin nach Weimar, spielte an ihrer Seite und formte die Figur der Iphigenie nach ihr — sie gab die Titelrolle bei der ersten Aufführung des Stücks, er den Orest.
Hat Corona Schröter die Rolle der Iphigenie wirklich geprägt?
Ja. Sie spielte die Titelrolle bei der Uraufführung der ersten Prosafassung am 6. April 1779, und die Neue Deutsche Biographie sagt unumwunden, sie habe Goethe zu dieser Figur inspiriert.
War Corona Schröter Komponistin?
Ja — sie komponierte auch.
Wann und wo starb Corona Schröter?
1802 in Ilmenau, nachdem sie sich von der Weimarer Bühne nach und nach zurückgezogen hatte.

Werke & Leistungen

Iphigenie (Titelrolle, erste Prosafassung, 6. April 1779)

Historischer Kontext

Weimarer Klassik17751832

Die einzige Berufskünstlerin auf einer Liebhaberbühne — die Bühne der Epoche, wie sie tatsächlich funktionierte.

Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.

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Kurzprofil

Geboren:

1751

Gestorben:

1802

Nationalität:

deutsch

Rollen:
SängerinSchauspielerinKomponistin

Auf der Bühne

Auf der Bühne

Goethe und seine Schauspiel-Diva

Walter Hesse

Der Abend gehört ihr — der Sängerin und Schauspielerin, die das Haus Weimars erste Schauspieldiva nennt.

In Weimars Geschichte

In Weimars Geschichte

Am Osterdienstag 1779 wurde Goethes Iphigenie erstmals in der Prosafassung gegeben — Corona Schröter in der Titelrolle, Goethe selbst als Orest.

Sie gab die Titelrolle; laut Artikel wurde die Figur von ihr angeregt.