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Friedrich Justin Bertuch

1747–1822
deutsch
VerlegerUnternehmerHofbeamter

Biografie

Der Weimarer Hof brachte Literatur hervor; Bertuch brachte das Geschäft hervor, das einen guten Teil der Stadt darum herum finanzierte. 1747 in Weimar geboren, wurde er 1775 — im Jahr von Goethes Ankunft — Geheimsekretär des Herzogs Carl August und später Legationsrat, und verbrachte sein Leben damit, aus einer kleinen Residenzstadt einen Ort zu machen, an dem auch produziert und verkauft wurde.

Ein gescheitertes Handelshaus, aus dem ein Verlag wurde, 1790–1804

1790 gründete er das Industrie-Comptoir, das Erzeugnisse der heimischen Gewerbe im Ausland absetzen sollte. Der Handel funktionierte nicht. Was überlebte, war der Druck- und Verlagszweig, umbenannt in Landes-Industrie-Comptoir, aus dem 1804 das Geographische Institut als eigene Abteilung hervorging — und das machte ihn zu einem bedeutenden Verleger, vor allem für Geographie und Kartographie. Bemerkenswert ist die Reihenfolge: Das Unternehmen, für das Weimar ihn kennt, ist der Rest jenes anderen, das er eigentlich wollte.

Das Blatt, das Deutschland zeigte, wie die Zeit aussah

Ab 1786 gab er mit dem Maler Georg Melchior Kraus, der die künstlerische Seite verantwortete, das „Journal des Luxus und der Moden“ heraus. Es berichtete einem deutschen Lesepublikum über Mode, Geschmack, Möbel und Hausrat, das sonst keine Möglichkeit hatte, das alles zu sehen — und ist heute eine der besten Quellen dafür, wie in dieser Zeit tatsächlich gelebt wurde. Ein sonderbares Nachleben für eine Zeitschrift darüber, was gerade modern war.

Er zeichnete auch am Park mit

Er arbeitete die Entwürfe für den Weimarer Park gemeinschaftlich mit Goethe aus. Das korrigiert das Bild eines Hofes, der in Dichter und Gewerbetreibende zerfällt: Der Mann, dem das größte Handelshaus der Stadt gehörte, saß auch am Zeichentisch ihrer berühmtesten Landschaft. Er starb 1822 in Weimar.

Was Besucher fragen

Was hat Friedrich Justin Bertuch in Weimar aufgebaut?
1790 gründete er das Industrie-Comptoir, das als Landes-Industrie-Comptoir überlebte; 1804 ging daraus das Geographische Institut als eigene Abteilung hervor — das machte ihn zu einem bedeutenden Verleger, vor allem für Geographie und Kartographie.
Was war das Journal des Luxus und der Moden?
Eine Zeitschrift über Mode, Geschmack, Möbel und Hausrat, die Bertuch ab 1786 gemeinsam mit dem Maler Georg Melchior Kraus herausgab. Sie ist heute eine der besten Quellen dafür, wie in dieser Zeit tatsächlich gelebt wurde.
Hat Bertuch am Park an der Ilm mitgewirkt?
Ja — er arbeitete die Entwürfe für den Park gemeinschaftlich mit Goethe aus.
Kann man Orte besuchen, die mit Bertuch verbunden sind?
Ja: den Park an der Ilm, an dessen Entwürfen er mitwirkte, und das Stadtmuseum Weimar, das in seinem früheren Wohn- und Geschäftshaus untergebracht ist, erbaut 1780–1803.

Werke & Leistungen

Landes-Industrie-Comptoir

Geographisches Institut (1804)

Journal des Luxus und der Moden (mit Georg Melchior Kraus, ab 1786)

Verbundene Orte in Weimar

Park an der Ilm, 99425 Weimar

Er arbeitete dessen Entwürfe mit Goethe aus.

Weimarer Innenstadt, 50 Meter vom Goetheplatz

Sein Wohn- und Geschäftshaus, 1780–1803 erbaut, beherbergt seit 1954 das Museum der Stadt.

Historischer Kontext

Weimarer Klassik17751832

Der wirtschaftliche Unterbau des literarischen Hofes — Verlag, Handel und der Park.

Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.

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Kurzprofil

Geboren:

1747

Gestorben:

1822

Nationalität:

deutsch

Rollen:
VerlegerUnternehmerHofbeamter

In Weimars Geschichte

Bühnen und Spielstätten

Weimarhallenpark

Er hielt den Park im 18. Jahrhundert in Erbpacht; die Begräbnisstätte seiner Familie liegt bis heute an dessen südwestlichem Ende.