Fritz Löhner-Beda
Biografie
Der Librettist einer der erfolgreichsten Operetten überhaupt, wenige Wochen nach dem „Anschluss“ verhaftet — und im Lager der Verfasser des Textes zum Buchenwaldlied.
Weltruhm 1928
Geboren am 24. Juni 1883 in Wildenschwert in Böhmen, schrieb Löhner-Beda 1928 das Libretto zu Franz Lehárs „Das Land des Lächelns“ und erlangte damit Weltruhm. Daneben verfasste er zahllose Schlagertexte und Filmdrehbücher und hatte leitende Funktionen in österreichischen Literatur- und Sportorganisationen inne. Er war, kurz gesagt, einer der meistgespielten deutschsprachigen Autoren.
Sofort verhaftet, 1938
Im März 1938 marschierten deutsche Truppen in Österreich ein. Er wurde sofort verhaftet und am 1. April mit dem sogenannten „Prominententransport“ ins KZ Dachau eingeliefert. Im September 1938 kam er nach Buchenwald, wo man ihn zum Sockenstopfen und später zum Gartenkommando einteilte.
Das Buchenwaldlied, 1938
Der Schutzhaftlagerführer Arthur Rödl forderte die Häftlinge auf, ein Lagerlied für Buchenwald zu schreiben. Löhner-Beda verfasste 1938 den Text, Hermann Leopoldi, ein weiterer Wiener Häftling, vertonte ihn; das Lied ist dreistrophig. In Auftrag gegeben hat es ein SS-Führer, es wurde ihm nicht abgetrotzt — und er hatte in seinem Lager zwei der könnensreichsten Unterhaltungskünstler deutscher Sprache, die es schreiben konnten.
Auschwitz-Monowitz, 1942
Im Oktober 1942 wurde er von Buchenwald nach Auschwitz-Monowitz deportiert. Beim Morgenappell verletzte ihn ein SS-Mann durch Schläge so schwer, dass er am 4. Dezember 1942 daran starb. Er wurde 59 Jahre alt.
Was Besucher fragen
- Welche Verbindung hat Fritz Löhner-Beda zu Buchenwald?
- Wenige Wochen nach dem „Anschluss“ im März 1938 verhaftet, kam er zunächst ins KZ Dachau und im September 1938 nach Buchenwald, wo man ihn zum Sockenstopfen und später zum Gartenkommando einteilte.
- Was hat Fritz Löhner-Beda geschrieben?
- Das Libretto zu Franz Lehárs „Das Land des Lächelns“ (1928), das ihm Weltruhm einbrachte, dazu zahllose Schlagertexte und Filmdrehbücher. Im Lager schrieb er 1938 den Text des Buchenwaldliedes, vertont von Mithäftling Hermann Leopoldi.
- Wie starb Fritz Löhner-Beda?
- Im Oktober 1942 nach Auschwitz-Monowitz deportiert, wurde er beim Morgenappell durch Schläge eines SS-Mannes so schwer verletzt, dass er am 4. Dezember 1942 daran starb, mit 59 Jahren.
- Entstand das Buchenwaldlied freiwillig oder auf Befehl?
- Auf Befehl. Der Schutzhaftlagerführer Arthur Rödl forderte die Häftlinge auf, ein Lagerlied zu schreiben; es wurde in Auftrag gegeben, nicht im Widerstand verfasst.
Verbundene Orte in Weimar
Buchenwald, 99427 Weimar
Seit September 1938 hier inhaftiert; im Lager schrieb er den Text des Buchenwaldliedes.
Historischer Kontext
Wenige Wochen nach dem „Anschluss“ verhaftet und im September 1938 nach Buchenwald gebracht.
Das Regime wollte Weimar wegen dessen Namen — und errichtete auf dem Berg über der Stadt ein Konzentrationslager. Beides gehört zu denselben zwölf Jahren.
Mehr über diese Epoche →Kurzprofil
1883
1942
österreichisch
In Weimars Geschichte
In Weimars Geschichte
Ab Juli 1937 ließ die SS Häftlinge auf dem Ettersberg ein Lager bauen, auf dem bewaldeten Höhenzug über der Stadt. 277.800 Menschen aus über fünfzig Ländern waren dort inhaftiert; 56.000 überlebten es nicht.
Einer der frühen Häftlinge des Lagers, eingetroffen gut ein Jahr nach dessen Errichtung.