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Fritz Sauckel

1894–1946
deutsch
GauleiterReichsstatthalterKriegsverbrecher

Biografie

Achtzehn Jahre lang Gauleiter von Thüringen und ab 1942 der Mann, dem Hitler den Arbeitseinsatz des gesamten Reiches übertrug. In Nürnberg verurteilt und hingerichtet.

Weimar war sein Sitz, 1927–1945

Seit 1927 war er Gauleiter von Thüringen — und damit der Mann der Partei in dieser Stadt über die gesamte Epoche hinweg: die Vertreibung des Bauhauses, das Lager auf dem Ettersberg, der Krieg. Im Gauforum, das mitten in Weimar entstand, war ein Flügel für sein Reichsstatthalteramt vorgesehen, das nach Fertigstellung aus dem Landesmuseum dorthin ziehen sollte.

21. März 1942

An diesem Tag ernannte Hitler ihn zum Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz. Das Weimarer Museum, das heute einen Teil seines geplanten Amtssitzes einnimmt, bezeichnet ihn als hauptverantwortlich für die Deportation von Millionen Menschen zur Zwangsarbeit — jener Apparat, der unter vielem anderen die Rüstungsbetriebe rund um diese Stadt belieferte und die Häftlinge des Lagers darüber.

Nürnberg, 1946

Er wurde im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher angeklagt und unter anderem wegen seiner Hauptschuld bei der Deportation von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern zum Tode verurteilt. Am 16. Oktober 1946 wurde er hingerichtet. Der Mann, der die Zwangsarbeit des Reiches organisierte, hatte hier seine politische Basis — und das Museum dieser Zwangsarbeit befindet sich heute in eben der Anlage, die sein Amt aufnehmen sollte.

Was Besucher fragen

Welche Rolle spielte Fritz Sauckel in Weimar?
Ab 1927 Gauleiter von Thüringen, der führende Mann der Partei in der Stadt über die gesamte NS-Zeit hinweg; ab 1942 zudem verantwortlich für den Arbeitseinsatz des gesamten Reiches.
Was tat Fritz Sauckel als Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz?
Am 21. März 1942 von Hitler ernannt, war er hauptverantwortlich für die Deportation von Millionen Menschen zur Zwangsarbeit — jener Apparat, der unter vielem anderen die Rüstungsbetriebe rund um Weimar und die Häftlinge des Lagers darüber belieferte.
Was geschah mit Fritz Sauckel nach dem Krieg?
Er wurde im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher angeklagt, wegen seiner Hauptschuld bei der Deportation von Zwangsarbeitern zum Tode verurteilt und am 16. Oktober 1946 hingerichtet.

Historischer Kontext

Der Parteichef in Thüringen über die gesamte Epoche und ab 1942 der Organisator der Zwangsarbeit im ganzen Reich.

Das Regime wollte Weimar wegen dessen Namen — und errichtete auf dem Berg über der Stadt ein Konzentrationslager. Beides gehört zu denselben zwölf Jahren.

Mehr über diese Epoche →

Kurzprofil

Geboren:

1894

Gestorben:

1946

Nationalität:

deutsch

Rollen:
GauleiterReichsstatthalterKriegsverbrecher

In Weimars Geschichte

In Weimars Geschichte

Die Partei baute sich mitten in Weimar ein Verwaltungsviertel mit einer Halle für zwanzigtausend — und setzte dafür KZ-Häftlinge ein. Das meiste davon steht noch.

Der südliche Flügel der Anlage entstand für sein Reichsstatthalteramt; heute nimmt das Museum Zwangsarbeit einen Teil davon ein.