Goethe- und Schiller-Archiv
Über diesen Ort
Das älteste Literaturarchiv Deutschlands, wie es sich selbst nennt, oberhalb der Ilm am Rand der Stadt: rund fünf Millionen Blatt zur deutschsprachigen Literatur und Kultur des 18., 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Wer wissen will, warum von Weimar so viel erhalten ist, findet hier die Antwort — jemand hat ein festes Haus auf einen Hügel gestellt und das Papier hineingelegt.
Was hier tatsächlich liegt
Hierhin gingen die Handschriften — darunter Goethes eigener handschriftlicher Nachlass, der zum UNESCO-Weltdokumentenerbe zählt[1] —, dazu die Papiere zahlreicher weiterer Schriftsteller, Gelehrter, Komponisten und Künstler sowie Überlieferungen von Verlagen und literarischen Gesellschaften.[1] Das ist die unglamouröse Hälfte einer Literaturstadt: nicht der Schreibtisch, an dem jemand saß, sondern die Blätter, auf die er schrieb — verzeichnet und klimatisiert von Leuten, deren Namen kein Besucher erfährt.
Arbeitsarchiv, kein Museum, 1896
Das Herzstück sind die Lesesäle, und sie sind für Lesende da: Hier findet Forschung statt, hier werden keine Exponate vorgeführt.[1] Treppenhaus und Foyer beeindruckten Herman Grimm 1896 so, dass er der Großherzogin darüber schrieb[1] — ein brauchbares Maß dafür, was das Haus über den Ernst seines Inhalts sagen sollte. Wer Räume und Gegenstände sucht, geht in die Häuser der Stadt; wer die Maschinerie der Bewahrung sehen will, kommt hier herauf.
Was Besucher fragen
- Was wird im Goethe- und Schiller-Archiv aufbewahrt?
- Das älteste Literaturarchiv Deutschlands, wie es sich selbst nennt — rund fünf Millionen Blatt zur deutschsprachigen Literatur und Kultur des 18., 19. und frühen 20. Jahrhunderts, darunter Goethes eigener handschriftlicher Nachlass, Papiere zahlreicher weiterer Schriftsteller, Gelehrter, Komponisten und Künstler sowie Überlieferungen von Verlagen und literarischen Gesellschaften.[1]
- Kann man es auch als Tourist besuchen, nicht nur als Forscher?
- Ja. Es ist ein Arbeitsarchiv, kein Museum — die Lesesäle sind für Forschung da, nicht für Exponate —, aber das Gebäude selbst lohnt den Besuch: Treppenhaus und Foyer beeindruckten Herman Grimm 1896 so, dass er der Großherzogin darüber schrieb.[1]
- Ist der Eintritt kostenlos?
- Ja, Eintritt frei.[1]
- Wie sind die Öffnungszeiten?
- Montag bis Freitag 9–18 Uhr; samstags, sonntags und feiertags 11–16 Uhr.[1]
Quellen
- Goethe- und Schiller-Archiv — Klassik Stiftung Weimar, abgerufen am 29. August 2026
Verbundene Persönlichkeiten
Dichter • Staatsmann • Naturforscher
Sein handschriftlicher Nachlass liegt hier und gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe.
Dichter • Dramatiker • Historiker
Das Archiv trägt seinen Namen neben Goethes und verwahrt Material von ihm.
Besuchsinformationen
Eintritt frei
Mo–Fr 9–18 Uhr; Sa, So und feiertags 11–16 Uhr
Jenaer Straße 1, 99425 Weimar
50.9831, 11.3338
Veranstaltungen an diesem Ort
Veranstaltungen
Läuft über den größten Teil des Jahres, im Archiv
Die Ausstellung ist im Archiv – und handelt von dem, was das Archiv verwahrt: den Papieren, die Goethe für die Nachwelt ordnete.
In Weimars Geschichte
Epochen
Wohin das Papier der Epoche gegangen ist — und warum so viel davon noch lesbar ist.
Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.