Parkhöhle
Über diesen Ort
Zwölf Meter unter dem Park an der Ilm liegt ein Stollensystem, in den 1790er Jahren gegraben, um Bier für eine Brauerei zu lagern, die nie gebaut wurde. Seither war es Abbaugrube, höfischer Wandelgang und Luftschutzraum; heute führt es als Streifzug durch 200.000 Jahre Erd- und Menschheitsgeschichte.
Gegraben für eine Brauerei, die nie kam, 1794–1796
Zwischen 1794 und 1796 wurden die Stollen unter Carl August vorgetrieben, gedacht für die Bierlagerung und die Entwässerung einer geplanten Brauerei. Das Vorhaben wurde aufgegeben, und der Stollen diente danach dem Sand- und Kiesabbau — so wurde aus einem kleinen Keller ein weitläufiges Netz. Über die klassischen Jahrzehnte Weimars spricht man gewöhnlich als Literatur und Landschaftsgärtnerei; hier verfolgt dieselbe Zeit unter Tage ein gewerbliches Projekt und lässt es fallen.
Erst Wandelgang, dann Luftschutzraum, 1810–1830
Von 1810 bis 1830 dienten die Gänge der Hofgesellschaft und den Parkbesuchern als unterirdischer Wandelgang — eine Sehenswürdigkeit, die man herzeigte. Im Zweiten Weltkrieg wurden sie zum Luftschutzraum ausgebaut. Ein Stollensystem, achtzig Jahre auseinander: erst Zerstreuung für einen Hof, dann ein Ort, um eine Bombardierung zu überleben. Wenige Orte in Weimar tragen die beiden Jahrhunderte so unverstellt.
Hinuntergehen, 1992–1999
Teilweise verfüllt und verfallen, wurde die Anlage zwischen 1992 und 1999 grundlegend saniert und wieder zugänglich gemacht. Barrierefrei ist sie nicht; die Stiftung rät zu festem Schuhwerk und langer Kleidung — es ist eine Höhle und kein Korridor. Geöffnet Mittwoch bis Montag, im Winter kürzer.
Was Besucher fragen
- Was ist die Parkhöhle?
- Ein Stollensystem zwölf Meter unter dem Park an der Ilm, heute zugänglich als Streifzug durch 200.000 Jahre Erd- und Menschheitsgeschichte.
- Warum wurde sie gegraben, und warum kam die Brauerei nie?
- Die Stollen wurden zwischen 1794 und 1796 unter Herzog Carl August für die Bierlagerung und die Entwässerung einer geplanten Brauerei vorgetrieben. Das Vorhaben wurde aufgegeben, und die Stollen dienten stattdessen dem Sand- und Kiesabbau.
- Welche anderen Nutzungen gab es?
- Von 1810 bis 1830 dienten sie der Hofgesellschaft und den Parkbesuchern als unterirdischer Wandelgang. Im Zweiten Weltkrieg wurden sie zum Luftschutzraum ausgebaut.
- Kann man sie besichtigen, und was sollte man anziehen?
- Ja — Mittwoch bis Montag, im Winter 10–16 Uhr, im Sommer 10–18 Uhr. Barrierefrei ist sie nicht; die Stiftung rät zu festem Schuhwerk und langer Kleidung, denn es ist eine Höhle und kein Korridor. 7 € Erwachsene, 5 € ermäßigt, 2 € Schüler (16–20 Jahre).
Verbundene Persönlichkeiten
Herzog • Großherzog • Mäzen
Unter ihm wurden sie 1794–1796 gegraben, für eine Brauerei, die nie entstand.
Besuchsinformationen
7 € Erwachsene; 5 € ermäßigt; 2 € Schüler (16–20 Jahre)
Mi–Mo; im Winter 10–16 Uhr, im Sommer 10–18 Uhr
Park an der Ilm, 99423 Weimar
In Weimars Geschichte
Epochen
Die klassischen Jahrzehnte unter Tage: ein gewerbliches Vorhaben, aufgegeben, dann als Kuriosum genutzt.
Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.
Im Zweiten Weltkrieg zum Luftschutzraum ausgebaut.
Das Regime wollte Weimar wegen dessen Namen — und errichtete auf dem Berg über der Stadt ein Konzentrationslager. Beides gehört zu denselben zwölf Jahren.