Römisches Haus
Über diesen Ort
Ein Tempel am Hang über den Ilmwiesen, gebaut für einen Herzog, der einen Ort für sich allein wollte. Wozu das Haus da war, sagt die Stiftung ungewöhnlich unumwunden: Lieblingswohnsitz und Rückzugsort Carl Augusts — ein privates Haus in der Gestalt eines öffentlichen Denkmals, mitten in einem Park, den jeder betreten durfte.
Die Antike, zweimal zitiert, 1792–1797
Erbaut wurde es von 1792 bis 1797 nach Entwürfen von Johann August Arens, unter Goethes Bauleitung; die Räume richtete der Dresdner Christian Friedrich Schuricht ein. Von der Wiese aus sieht man zwei Bauten übereinander: ein Sockelgeschoss mit schweren dorischen Säulen, darüber eine glatte Villa mit ionischem Portikus. Das ist die richtige Reihenfolge der griechischen Ordnungen, an einem thüringischen Hang, errichtet von Leuten, die Griechenland überwiegend nicht gesehen hatten. Über die Weimarer Klassik wird meist als Literatur gesprochen; so sah sie aus, wenn sie gebaut wurde.
Das Museum des Parks über sich selbst
Heute bewahrt das Haus die originalen Sandsteinplastiken, die einst draußen an den Wegen des Parks standen. Ein Besuch ist damit zweierlei: der Rückzugsort des Herzogs und zugleich das Depot, in dem der Park verwahrt, was er nicht länger im Freien lassen kann. Der Eintritt ist frei — bei einem Bau dieser Qualität bemerkenswert —, geöffnet wird allerdings nur im Sommerhalbjahr; wer im Winter durch den Park geht, sieht das Äußere und sonst nichts.
Was Besucher fragen
- Was ist das Römische Haus?
- Ein tempelförmiges Haus über den Ilmwiesen, gebaut als privater Rückzugsort für Herzog Carl August — die Stiftung nennt es seinen Lieblingswohnsitz, ein privates Haus in der Gestalt eines öffentlichen Denkmals mitten in einem Park, den jeder betreten durfte.
- Wer hat es gebaut, und wann?
- Erbaut 1792–1797 nach Entwürfen von Johann August Arens, unter Goethes Bauleitung; die Räume richtete der Dresdner Christian Friedrich Schuricht ein.
- Kann man es besichtigen, und ist der Eintritt frei?
- Der Eintritt ist frei. Geöffnet wird nur im Sommerhalbjahr, dienstags bis sonntags, 10–18 Uhr, montags geschlossen und im Winter geschlossen.
- Was ist darin zu sehen?
- Die originalen Sandsteinplastiken, die einst draußen an den Wegen des Parks standen — ein Besuch ist zugleich der Rückzugsort des Herzogs und das Depot, in dem der Park verwahrt, was er nicht länger im Freien lassen kann.
Verbundene Persönlichkeiten
Herzog • Großherzog • Mäzen
Für ihn gebaut — laut Stiftung sein Lieblingswohnsitz und Rückzugsort.
Dichter • Staatsmann • Naturforscher
Er führte von 1792 bis 1797 die Bauaufsicht.
Besuchsinformationen
Eintritt frei
Sommerhalbjahr: Di–So 10–18 Uhr, montags geschlossen; im Winter geschlossen
Park an der Ilm, 99423 Weimar
50.9712, 11.3355
In Weimars Geschichte
Epochen
Klassik als Architektur, nicht als Literatur: die Antike gebaut, nicht zitiert.
Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.