Stadthaus
Über diesen Ort
Der grün-weiße Renaissancebau an der Ostseite des Marktes, den die Stadt einen prächtigen Bau im Stil der Frührenaissance nennt. Er war Bürgerhaus, Ratshaus, Markthalle, Ballsaal und Ruine — und beherbergt heute die Tourist-Information.
1432 der Stadt überlassen
Das Haus kam als Geschenk an die Stadt: 1432 überließ Landgraf Friedrich der Einfältige es Weimar.[1] Zuvor war es ein Bürgerhaus mit einer Schankstube im Keller[1] — eine Einzelheit, die verrät, wozu ein Marktplatz des 15. Jahrhunderts da war, und von der der Ratskeller in eben diesem Keller bis heute lebt.
Ratshaus, Verkaufsstände, Maskenbälle, 1526–1812
Von 1526 bis 1547 diente es als Rats- und Handelshaus.[1] Im Erdgeschoss standen die Verkaufsstände von Bäckern, Fleischern und Schuhmachern, und zu Goethes Zeit fanden oben Maskenbälle, Konzerte und Vorträge statt.[1] Von 1540 bis 1812 saß im Giebelfeld eine Figur namens „Matz von Weimar“.[1] Ein Haus, das die bürgerlichen, die kaufmännischen und die geselligen Geschäfte der Stadt nacheinander erledigte.
Zerstört — und als Gesicht wieder aufgebaut, 1945–1971
Der Bombenangriff vom 9. Februar 1945 zerstörte es völlig.[1] 1956 wurde die Ruine abgetragen, zwischen 1968 und 1971 die historische Fassade wiederhergestellt und das Innere modern ausgebaut.[1] Was man vom Markt aus bewundert, ist demnach die Rekonstruktion einer Renaissancefront — was den Platz nicht weniger schön macht.
Was heute darin ist
Der Ratskeller im Untergeschoss, die Tourist-Information, ein Reisebüro und mehrere Wohnungen.[1] Es ist das nützlichste Haus am Platz und das am wenigsten museale: Man wohnt darin, isst darin und fragt darin nach dem Weg — wozu es im Grunde immer da war.
Was Besucher fragen
- Was ist das Stadthaus?
- Der grün-weiße Renaissancebau an der Ostseite des Marktes, 1432 von Landgraf Friedrich dem Einfältigen der Stadt überlassen.[1] Heute beherbergt es die Tourist-Information.
- Wofür wurde es im Lauf der Jahrhunderte genutzt?
- Als Bürgerhaus mit Schankstube im Keller, dann von 1526 bis 1547 als Rats- und Handelshaus mit Verkaufsständen im Erdgeschoss, später auch für Maskenbälle, Konzerte und Vorträge. Von 1540 bis 1812 saß im Giebelfeld eine Figur namens „Matz von Weimar“.[1]
- Ist das Gebäude original?
- Nein — der Bombenangriff vom 9. Februar 1945 zerstörte es völlig. 1956 wurde die Ruine abgetragen, zwischen 1968 und 1971 die historische Fassade wiederhergestellt und das Innere modern ausgebaut.[1]
- Was ist heute darin?
- Der Ratskeller im Untergeschoss, die Tourist-Information, ein Reisebüro und mehrere Wohnungen — das meistgenutzte Haus am Platz und das am wenigsten museale.[1]
Quellen
- Weimarer Stadthaus — Wikipedia, abgerufen am 29. August 2026
Besuchsinformationen
Frei zugänglich — ein genutztes Haus mit Tourist-Information, Gaststätte und Wohnungen.
Das Gebäude hat keine eigenen Öffnungszeiten; es gelten die der Tourist-Information und der Gaststätte.
Markt, Ostseite, Ecke Grüner Markt, Weimar
In Weimars Geschichte
Epochen
Ein Bürgerhaus des 15. Jahrhunderts, 1432 der Stadt überlassen.
Sechs Jahrhunderte lang ist Weimar eine kleine thüringische Stadt mit Burg, Markt und Kirche, überschattet von den größeren Nachbarn. Was das Mittelalter hier hinterlässt, ist kein Denkmal, sondern ein Grundriss — und, nach dem Stadtbrand von 1424, die beiden Bauten, um die herum alles Spätere geschieht.
In Weimars Geschichte
Ein Angriff der US Air Force galt dem Gustloff-Rüstungswerk im Norden Weimars. Acht von zehn Bomben gingen auf engstem Raum nieder und töteten KZ-Häftlinge an den Maschinen; am selben Tag wurde das Nationaltheater zerstört.
Der Angriff vom 9. Februar 1945 zerstörte das Haus völlig; wiederhergestellt wurde zwischen 1968 und 1971 nur die Fassade.