Zum Inhalt springen
Wann: 9. Februar 1945

Der Luftangriff vom 9. Februar 1945

Ein Angriff der US Air Force galt dem Gustloff-Rüstungswerk im Norden Weimars. Acht von zehn Bomben gingen auf engstem Raum nieder und töteten KZ-Häftlinge an den Maschinen; am selben Tag wurde das Nationaltheater zerstört.

Die Bomber, die am 9. Februar 1945 über Weimar erschienen, zielten nicht auf die Altstadt, sondern auf die Rüstungsfabrik im Norden — und die meisten, die sie töteten, waren die Häftlinge, die dort arbeiten mussten.

Das Ziel war die Fabrik

Nördlich der Stadt lag das Gustloff-Werk, ein Rüstungsbetrieb der Gustloff-Stiftung, der auch ein Zweigwerk im Lager Buchenwald unterhielt und seine Arbeitskräfte von dort bezog. Von zehn abgeworfenen Bomben trafen acht dieses Gelände, auf denkbar engstem Raum.[1] Solche Treffgenauigkeit war 1945 selten, und den Menschen darunter nützte sie nichts.

Die Nachtschicht

Zwei Barackenlager aus Holz beherbergten die ruhende Schicht; sie wurden vollständig vernichtet. Die Gedenkstätte zählt 356 während des Angriffs getötete Häftlinge und weitere, die in den Tagen darauf ihren Verletzungen erlagen, aus dreizehn europäischen Ländern.[1] Einer von ihnen war Raphaël Élizé — Tierarzt, Widerstandskämpfer und der erste Bürgermeister gemischter Herkunft und erste Antillaner an der Spitze einer Gemeinde des französischen Mutterlandes, dreizehn Monate zuvor nach Buchenwald verschleppt.

Das Theater beendet den Krieg als Fabrik

Derselbe Angriff zerstörte das Deutsche Nationaltheater. Seit September 1944 war es geschlossen und der Firma Siemens & Halske für die Rüstungsproduktion überlassen:[2] Der Saal, in dem 1919 die Nationalversammlung und 1926 der Parteitag getagt hatten, war am Ende eine Werkhalle — und wurde als Werkhalle bombardiert.

Quellen

  1. Luftangriff, 9. Februar 1945 — Gedenkstätte Buchenwald, abgerufen am 29. August 2026
  2. Deutsches Nationaltheater — weimar-im-ns.de, abgerufen am 29. August 2026

Persönlichkeiten

Persönlichkeiten

Raphaël Élizé

1891–1945Tierarzt • Bürgermeister • Widerstandskämpfer

Getötet beim Angriff auf das Gustloff-Werk, wo er zur Rüstungsarbeit eingesetzt war.

Historische Orte

Historische Orte

Markt, Ostseite, Ecke Grüner Markt, Weimar

Der Angriff vom 9. Februar 1945 zerstörte das Haus völlig; wiederhergestellt wurde zwischen 1968 und 1971 nur die Fassade.

Theaterplatz 2, 99423 Weimar

Das Theater wurde bei diesem Angriff zerstört; seit September 1944 war es geschlossen und diente als Rüstungsbetrieb.

Bühnen und Spielstätten

Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar

Theaterplatz 2, 99423 Weimar

Die Darstellung des Hauses zu seinen Jahren im Nationalsozialismus endet mit der Zerstörung am 9. Februar 1945.

Epoche

NS-Zeit und Buchenwald (Zweiter Weltkrieg)

19331945

Der Tag, an dem der Krieg die Stadt selbst erreichte — an jenem Werk, in dem Häftlinge arbeiten mussten.

In Weimars Geschichte

In Weimars Geschichte

Ab Juli 1937 ließ die SS Häftlinge auf dem Ettersberg ein Lager bauen, auf dem bewaldeten Höhenzug über der Stadt. 277.800 Menschen aus über fünfzig Ländern waren dort inhaftiert; 56.000 überlebten es nicht.

Die Toten im Gustloff-Werk waren Buchenwalder Häftlinge: Das Lager stellte die Arbeitskraft, die der Angriff mit dem Werk vernichtete.

Ein bis auf Fassade und Foyer zerstörtes Haus war das erste deutsche Theater, das nach dem Krieg wieder aufgebaut wurde – und es öffnete mit Goethe.

Der Angriff, auf den diese Wiedereröffnung antwortet – er ließ vom Theater Fassade und Foyer übrig.

Alle Ereignisse der Weimarer Geschichte