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Ruine
Erbaut 1786

Tempelherrenhaus

Park an der Ilm, 99423 Weimar

Über diesen Ort

Eine höfische Parkarchitektur, die zum Atelier eines Bauhausmeisters wurde und dann zur ausgebrannten Hülle — drei Jahrhunderte Weimar in einem kleinen Gebäude.

Aus dem Gewächshaus ein Salon, 1786

1786 wurde der Bau aus einem alten Gewächshaus in das umgestaltet, was die Stadt einen „Salon im Park“ für den Hof nennt.[1] Das ist das Weimar von Goethes erstem Jahrzehnt: ein Lustgarten mit Parkarchitekturen, angelegt zum Durchgehen und Anschauen — dieser hier mit Figuren geschmückt, denen er den Namen der Tempelherren verdankt.

Ittens Maleratelier

Hundertdreißig Jahre später richtete der Bauhausmeister Johannes Itten hier sein Maleratelier ein, mitten im herzoglichen Park.[1] Weimars hartnäckiger Witz über sich selbst lautet, dass die moderne Schule in der klassischen Kulisse arbeitete und nicht daneben: Der Mann, der den Vorkurs der Schule unterrichtete, malte selbst in einem Gartenhaus des 18. Jahrhunderts.

Zerstört — und was danach kam, 1945

Auch das Tempelherrenhaus wurde zerstört, und ab 1945, als Folge des Zweiten Weltkriegs, wurde an ihm ein sowjetischer Ehrenfriedhof eingerichtet.[2] Geblieben ist eine Ruine: Mauern, ein Grundriss, Reste der Figuren. Unter den Bauhaus-Stätten der Stadt ist dies eine der lesbarsten — drei Nutzungen, drei Jahrhunderte, eine Hülle.

Was Besucher fragen

Was war das Tempelherrenhaus ursprünglich?
Eine höfische Parkarchitektur: 1786 aus einem alten Gewächshaus in das umgestaltet, was die Stadt einen „Salon im Park“ nennt, geschmückt mit Figuren, denen es den Namen der Tempelherren verdankt.[1]
Welche Verbindung besteht zum Bauhaus?
Der Bauhausmeister Johannes Itten richtete hier sein Maleratelier ein, mitten im herzoglichen Park — der Mann, der den Vorkurs der Schule unterrichtete, malte selbst in einem Gartenhaus des 18. Jahrhunderts.[1]
Was geschah damit im Krieg?
Es wurde zerstört, und ab 1945 wurde am Standort ein sowjetischer Ehrenfriedhof eingerichtet.[2] Geblieben ist eine Ruine: Mauern, ein Grundriss, Reste der Figuren.
Kann man es besichtigen?
Ja — es steht im öffentlichen Park an der Ilm und lässt sich, wie der übrige Park, im Rahmen eines Spaziergangs erreichen.

Quellen

  1. Bauhausstätten — Stadt Weimar, abgerufen am 29. August 2026
  2. Park an der Ilm — Klassik Stiftung Weimar, abgerufen am 29. August 2026

Verbundene Persönlichkeiten

Johannes Itten1888–1967

Maler • Kunstpädagoge • Bauhausmeister

In diesem Haus, mitten im herzoglichen Park, hatte er sein Maleratelier.

Besuchsinformationen

Lage

Park an der Ilm, 99423 Weimar

Offizielle Website

In Weimars Geschichte

Epochen

Eine der Bauhaus-Stätten der Stadt: das Atelier eines Meisters, in einem Gebäude, das ein Jahrhundert älter ist als die Schule.

Das Bauhaus wurde 1919 in Weimar gegründet und war 1925 wieder fort — Zeit genug, um zu ändern, was eine Gestaltungsschule ist, und zu wenig für die Stadt, die es hervorgebracht hat, um es zu behalten.

Weimarer Klassik17751832

1786 aus einem Gewächshaus zu einem Salon im Park für den Hof umgestaltet.

Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.