Die Weimarer Verfassung wird angenommen
Am 31. Juli 1919 stimmten die Abgeordneten im Nationaltheater der ersten demokratischen Verfassung Deutschlands in ihrer endgültigen Form zu. Unterschrieben wurde sie ganz woanders.
Zu dieser Verfassung gehören drei Daten, die leicht zu einem einzigen verschmelzen — so landet eine Unterzeichnung in einem Haus, in dem sie nicht stattfand.
31. Juli: die Abstimmung
Im Nationaltheater nahmen die Abgeordneten den Text am 31. Juli 1919 in seiner endgültigen Fassung an.[1] Das ist das Weimarer Datum, und auf dieses hat das Haus einen Anspruch. Der Bundestag hält fest, dass sie ihn nach hitzigen Debatten mit großer Mehrheit annahmen[2] — worin das ganze Unternehmen sichtbar wird: ein Saal voller Menschen mit unvereinbaren Überzeugungen, die zu einem einzigen Text kommen.
11. August: die Unterschrift, anderswo
Reichspräsident Friedrich Ebert unterzeichnete die Verfassung am 11. August, und das Bundesarchiv ist genau darin, wo: in Schwarzburg in Thüringen.[3] Nicht in Weimar und nicht im Theater. In Kraft trat sie drei Tage darauf, am 14. August, mit ihrer Verkündung.
Drei Daten, nicht eines
Die drei Daten verschmelzen leicht zu einem, und die verschmolzene Fassung stellt einen feierlichen Akt unter den Bühnenrahmen eines Weimarer Theaters. Sie ist glatter, und sie ist falsch: Abstimmung, Unterschrift und Inkrafttreten gehören zu drei verschiedenen Tagen — und die Unterschrift zu einer ganz anderen Stadt.
Quellen
- Geschichte — Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar, abgerufen am 29. August 2026
- Weimarer Nationalversammlung — Deutscher Bundestag, abgerufen am 29. August 2026
- Unterzeichnung der Weimarer Verfassung — Bundesarchiv, abgerufen am 29. August 2026
Persönlichkeiten
Persönlichkeiten
1860–1925 • Staatsrechtler • liberaler Politiker
Der Text, den die Abgeordneten im Nationaltheater annahmen, war maßgeblich seiner,[^dhm-lemo-preuss] obwohl er ihn in Berlin verfasst hatte und seine Regierung vor der Abstimmung zurückgetreten war.
1871–1925 • Politiker • Staatsmann
Ebert unterzeichnete die Verfassung am 11. August 1919 in Schwarzburg, nicht in Weimar.
Historische Orte
Historische Orte
Theaterplatz 2, 99423 Weimar
Das Dokument, an das die Tafel erinnert.
Erinnert an die Verfassung, die 1919 im Theater gegenüber angenommen wurde.
Theaterplatz 2, 99423 Weimar
Die Schlussabstimmung vom 31. Juli 1919 fand in diesem Haus statt, die Unterzeichnung nicht.
Bühnen und Spielstätten
Theaterplatz 2, 99423 Weimar
Das Theater selbst verzeichnet die Schlussabstimmung vom 31. Juli 1919 in seinem umgebauten Zuschauerraum.
Epoche
1918–1933
Nach diesem Dokument ist die Republik benannt, und an ihm wurde sie gemessen.
In Weimars Geschichte
In Weimars Geschichte
Am 6. Februar 1919 trat die Versammlung, die Deutschland eine Verfassung geben sollte, zum ersten Mal zusammen — in einem elf Jahre alten Hoftheaterbau. Weimar wurde gewählt, weil Berlin zu gefährlich war.
Die Abstimmung beendete die Arbeit, für die die Versammlung fünf Monate zuvor im selben Saal zusammengetreten war.
Am 3. und 4. Juli 1926 hielt die Partei ihren ersten Reichsparteitag nach der Neugründung ab — in Anwesenheit Hitlers und in dem Saal, in dem die Republik sieben Jahre zuvor ihre Verfassung beschlossen hatte.
Die Verfassung wurde 1919 in diesem Raum beschlossen; sieben Jahre später fand darin der Parteitag statt.