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Christiane von Goethe

Auch bekannt als: geborene Johanna Christiana Sophia Vulpius

1765–1816
deutsch
GefährtinEhefrau Goethes

Biografie

Am 12. Juli 1788 übergab sie Goethe eine Bittschrift für ihren stellungslosen Bruder — so fing es an. Sie war dreiundzwanzig, 1765 in Weimar geboren, aus einer Familie ohne Vermögen und ohne Rang; er war eben aus Italien zurück. Was folgte, waren achtzehn Jahre, in denen die Stadt Anstoß nahm, und dann eine Ehe.

Achtzehn Jahre bis zur Hochzeit, 1788–1806

Sie zog in sein Haus und blieb — ohne den Rang, den eine Ehefrau gehabt hätte. 1789 kam der Sohn August zur Welt und blieb am Leben; vier weitere Kinder, geboren 1791, 1793, 1795 und 1802, starben binnen Tagen nach der Geburt. Geheiratet wurde am 19. Oktober 1806 in der Sakristei der Hofkirche, achtzehn Jahre nach der Bittschrift und zehn Jahre vor ihrem Tod. Die Weimarer Gesellschaft, die sie all die Jahre betont nicht empfangen hatte, musste es damit tun.

Das Mädchen ohne Herkunft, korrigiert

Fast zwei Jahrhunderte lang schrieb man über sie als hübsches, ungebildetes Mädchen ohne Herkunft, und das 20. Jahrhundert schrieb es weitgehend nach. Die Neue Deutsche Biographie von 2020 räumt damit auf: Sie habe einen „hellen, ganz natürlichen Verstand“ besessen und sei „nicht gründlich ungebildet“ gewesen.

Was sie tatsächlich tat, 1788–1816

Sie führte das Haus, auch durch Goethes lange Abwesenheiten, und blieb dabei beständig. Die NDB fasst zusammen, sie habe sich „nie anders denn als Ehefrau, Mutter und Gefährtin Goethes verstanden“ — lesbar als ein kleines Leben oder als zutreffende Beschreibung dessen, was die Zeit einer Frau ihrer Herkunft überhaupt erlaubte. Sie starb 1816 in Weimar.

Was Besucher fragen

Wie lernte Christiane Vulpius Goethe kennen?
Am 12. Juli 1788, als sie ihm eine Bittschrift für ihren stellungslosen Bruder Christian August Vulpius überreichte.
Wann heirateten Christiane und Goethe?
Am 19. Oktober 1806, in der Sakristei der Hofkirche — achtzehn Jahre nach ihrer ersten Begegnung.
Hatten Christiane Vulpius und Goethe Kinder?
Fünf. Nur der Sohn August, geboren 1789, blieb am Leben; vier weitere Kinder, geboren 1791, 1793, 1795 und 1802, starben binnen Tagen nach der Geburt.
Wie wird Christiane Vulpius heute gesehen?
Fast zwei Jahrhunderte lang als hübsches, ungebildetes Mädchen ohne Herkunft. Die Neue Deutsche Biographie von 2020 räumt damit auf: Sie habe einen hellen, ganz natürlichen Verstand besessen und sei nicht gründlich ungebildet gewesen.

Verbundene Orte in Weimar

Am Rollplatz 4, 99423 Weimar

Hier am 19. Oktober 1806 getraut, hier auf dem Kirchhof begraben.

Historischer Kontext

Weimarer Klassik17751832

Der Haushalt hinter den klassischen Jahrzehnten — und der Anstoß, den die Stadt daran nahm.

Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.

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Kurzprofil

Geboren:

1765

Gestorben:

1816

Nationalität:

deutsch

Rollen:
GefährtinEhefrau Goethes

Auf der Bühne

Auf der Bühne

Vier Frauen und ein Dichterfürst

Walter Hesse

Sie ist eine der vier, und ihr gibt der Abend die Klage über Frau von Stein.