Vier Frauen und ein Dichterfürst
Von Walter Hesse
Dicke Luft im Hause Goethe: der Dichter will den Faust zu Ende bringen, vier Frauen lassen ihn nicht.
In 14 Tagen
16. September 2026 · 20:00 Uhr
Über Vier Frauen und ein Dichterfürst
„Eine Alltagshumoreske“ nennt das Haus den Abend, und die Pointe ist, dass das größte deutsche Gedicht in einem Haushalt entsteht, in dem niemand den Autor in Ruhe lässt. Goethe möchte am Faust weiterarbeiten. Die Köchin will eine Entscheidung über Froschschenkel. Die Schauspielerin Caroline Jagemann will einen Hund auf der Bühne. Christiane, die etwas getrunken hat, will über Frau von Stein reden. Eine vierte Frau bringt den Weimarer Klatsch mit. Drei Schauspieler spielen das alles in den Gewölben, und es funktioniert, weil jede Unterbrechung von der Sorte ist, von der die Briefe und Tagebücher dieses Haushalts tatsächlich voll sind.
Vorstellungen
Ebenfalls auf dieser Bühne
Wo
Lucas-Cranach-Haus, Markt 11/12, 99423 Weimar
Veranstalter
Theater im Gewölbe
Angaben beim Veranstalter geprüft am 29. August 2026
Orte und Personen
Persönlichkeiten
1749–1832 • Dichter • Staatsmann • Naturforscher
Der Dichterfürst des Titels, der vergeblich einen Nachmittag am Faust arbeiten will.
1765–1816 • Gefährtin • Ehefrau Goethes
Sie ist eine der vier, und ihr gibt der Abend die Klage über Frau von Stein.
1742–1827 • Hofdame • Autorin
Nicht auf der Bühne, aber das Thema, das Christiane aufbringt — die andere Frau im langen Streit dieses Hauses.
1777–1848 • Schauspielerin • Sängerin
Eine der vier Störungen: die Schauspielerin, die über einen Hund auf der Bühne streiten kommt.
Epochen
Die häusliche Unterseite der klassischen Jahrzehnte, als Komödie gespielt.
Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.