Wie Goethe und Schiller die Klassik erfanden
Die klassischen Jahrzehnte aus der Seitengasse — aus den Memoiren eines Schauspielers, der zwanzig Jahre neben beiden arbeitete.
Heute
2. September 2026 · 21:00 Uhr
Über Wie Goethe und Schiller die Klassik erfanden
Der beste Zeuge dafür, wie eine Epoche gemacht wird, ist selten der, dem man sie zuschreibt. Dieser Abend nimmt die Memoiren Anton Genasts, der über zwanzig Jahre am Weimarer Hoftheater mit Schiller und Goethe zu tun hatte, und lässt den Blick von der Spielerseite arbeiten: wie die Proben zu „Faust“, „Egmont“ und „Wilhelm Tell“ wirklich abliefen, dazu die Mozart-Opern und jene Katastrophen, die nur ein Ensemblemitglied notiert. Schiller schrieb, dem Mimen flechte die Nachwelt keine Kränze; die beiden Spieler flechten „entgegen dem bekannten Schillerwort“ ein paar liebenswerte — für längst gestorbene Kollegen, eine großzügige Antwort auf sein Wort.
Vorstellungen
Ebenfalls auf dieser Bühne
Wo
Lucas-Cranach-Haus, Markt 11/12, 99423 Weimar
Veranstalter
Theater im Gewölbe
Angaben beim Veranstalter geprüft am 29. August 2026
Orte und Personen
Persönlichkeiten
1749–1832 • Dichter • Staatsmann • Naturforscher
Aus dem Parkett und der Seitengasse gesehen: der Leiter des Hoftheaters bei der Arbeit an den eigenen Stücken.
1759–1805 • Dichter • Dramatiker • Historiker
Die andere Hälfte der Partnerschaft, hier von der Spielerseite betrachtet — und Urheber des Kranz-Worts, auf das der Abend antwortet.
Epochen
Wie die Epoche entstand, erzählt von jemandem, der im Haus dabei war.
Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.