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Lucas Cranach der Jüngere

Auch bekannt als: Lucas Cranach the Younger

1515–1586
deutsch
MalerGrafiker

Biografie

Lucas Cranach der Jüngere, geboren am 4. Oktober 1515 in Wittenberg, wuchs in der Werkstatt seines Vaters auf, übernahm 1537 ihre Geschäfte und 1550 ihre alleinige Leitung und trug den Namen Cranach als Maler der Reformation bis zu seinem Tod in Wittenberg am 25. Januar 1586. Sein Werk für Weimar ist der Altar der Stadtkirche, 1555 als Epitaph Johann Friedrichs des Großmütigen vollendet: Christus am Kreuz, die Allegorie der Erlösung, die fürstlichen Stifter auf den Flügeln und zwischen Johannes dem Täufer und Luther das Bildnis seines Vaters, der zwei Jahre zuvor in der Stadt gestorben war. Er wohnte mit dem Vater im Cranachhaus am Markt und diente Wittenberg als Ratsherr, Kämmerer und 1565 als Bürgermeister.

Wittenberg, 4. Oktober 1515: in die Werkstatt hineingeboren

Er wurde am 4. Oktober 1515 in Wittenberg geboren, als zweiter Sohn Lucas Cranachs des Älteren, und lernte in einer Werkstatt, die mit zahlreichen Lehrlingen und Gesellen unter dem Zeichen der geflügelten Schlange Bilder hervorbrachte. Als 1537 sein älterer Bruder Hans starb, übernahm er die geschäftlichen Aktivitäten in der Werkstatt des Vaters, und mit ihm wechselte das Hauszeichen: Die Fledermausflügel der Schlange wichen den waagerechten Vogelflügeln.

1550: alleinige Leitung der Werkstatt

Mit der Abreise seines Vaters nach Augsburg 1550, dem gefangenen Johann Friedrich dem Großmütigen hinterher, übernahm er die alleinige Leitung der Werkstatt. Der Vater kehrte nie nach Wittenberg zurück; der Sohn führte das Haus dort bis an sein Lebensende weiter, als Maler der Reformation, im Holzschnitt wie in der Malerei.

Weimar 1552–1555: der Altar für die Stadtkirche

Im letzten Lebensjahr des Vaters wohnte er mit ihm im Cranachhaus am Weimarer Markt, und nach dessen Tod am 16. Oktober 1553 vollendete er das dreiflügelige Altarbild für die Stadtkirche St. Peter und Paul, 1555 fertiggestellt als Epitaph Johann Friedrichs des Großmütigen. Das Mittelbild trägt die Allegorie der Erlösung – Christus am Kreuz, unter ihm Johannes der Täufer, der zum Heiland emporweist, Luther mit der aufgeschlagenen Bibel –, die Flügel die fürstlichen Stifter; zwischen dem Täufer und Luther malte der Sohn das Bildnis des Vaters. Das Cranach-Forschungsarchiv datiert das Werk auf 1552 bis 1555 und schreibt Entwurf und Ausführung allein dem Sohn zu; Stadt und Kirchgemeinde halten an der älteren Darstellung fest, der Vater habe es begonnen.

Wittenberg 1549–1566: Ratsherr, Kämmerer, 1565 Bürgermeister

Wie sein Vater diente er der Stadt. 1549 und 1552 war er Ratsmitglied, 1555, 1558, 1561 und 1564 Ratskämmerer, 1565 wurde er zum Bürgermeister gewählt, 1566 war er Altbürgermeister.

25. Januar 1586: Tod in Wittenberg

Er starb am 25. Januar 1586 in Wittenberg, siebzig Jahre alt, nachdem er die Werkstatt bis zuletzt als Maler der Reformation geführt hatte. Bildnisse der wettinischen Fürsten und der Reformatoren und die Epitaphien für Kirchen in Sachsen und Thüringen sind der Kern seines Werks; der Weimarer Altar ist sein bekanntestes Stück.

Die Cranachs in Weimar heute

Der Altar steht in der Stadtkirche, der Herderkirche; im Renaissancesaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek zeigt die Klassik Stiftung Werke beider Cranachs; im Cranachhaus am Markt, wo Vater und Sohn 1552 und 1553 wohnten, spielt das Theater im Gewölbe; und das Grab des Vaters liegt in der Cranachgruft an der Jakobskirche.

Was Besucher fragen

Was malte Lucas Cranach der Jüngere in Weimar?
Den Altar der Stadtkirche St. Peter und Paul, 1555 als Epitaph Johann Friedrichs des Großmütigen vollendet: Christus am Kreuz mit Johannes dem Täufer, Luther und dem Bildnis seines Vaters Lucas Cranach des Älteren, auf den Flügeln die fürstliche Familie.
Hat der Vater oder der Sohn den Weimarer Altar gemalt?
Der Sohn vollendete ihn 1555, zwei Jahre nach dem Tod des Vaters. Das Cranach-Forschungsarchiv datiert ihn auf 1552 bis 1555 und schreibt Entwurf und Ausführung allein dem Sohn zu; Stadt und Kirchgemeinde halten daran fest, dass der Vater ihn begann. Die Frage ist offen.
Wo wohnte Lucas Cranach der Jüngere in Weimar?
Mit seinem Vater im Cranachhaus am Markt, in dessen letztem Lebensjahr 1552 bis 1553.
Wann übernahm Lucas Cranach der Jüngere die Werkstatt?
1537, nach dem Tod seines älteren Bruders Hans, die Geschäfte; 1550, als der Vater Wittenberg verließ, um dem gefangenen Kurfürsten nach Augsburg zu folgen, die alleinige Leitung.
Wo und wann starb Lucas Cranach der Jüngere?
In Wittenberg am 25. Januar 1586. Er hatte sein Leben lang dort gelebt und der Stadt als Ratsherr, Kämmerer und 1565 als Bürgermeister gedient.
Wo ist sein Werk in Weimar zu sehen?
In der Stadtkirche, der Herderkirche, wo der Altar steht, und im Renaissancesaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, wo die Klassik Stiftung Werke beider Cranachs zeigt.

Werke & Leistungen

Weimarer Altar in der Stadtkirche St. Peter und Paul (1555)

Bildnisse der wettinischen Fürsten und der Reformatoren

Epitaphien der Wittenberger Werkstatt

Verbundene Orte in Weimar

Herderplatz, 99423 Weimar

Der Altar von 1555 in dieser Kirche ist seiner – nach dem Tod des Vaters vollendet und nach der Lesart des Forschungsarchivs allein von ihm entworfen und gemalt.

Markt 11/12, 99423 Weimar

Nach der Darstellung der Stadt lebte er hier mit seinem Vater bis zu dessen Tod im Oktober 1553 — in den Jahren, in denen der Weimarer Altar begonnen wurde.

Historischer Kontext

Maler der Reformation in der Nachfolge des Vaters; der Weimarer Altar von 1555 ist das Bild, das die Bewegung von sich selbst entwarf.

Ein Jahrhundert lang ist Weimar zuerst eine Stadt der Reformation — und Residenz wird es durch einen Zufall, weil einem Fürsten, der alles andere verloren hatte, dieser Ort blieb. Zurück lassen diese hundert Jahre die Renaissancegiebel am Markt, einen Altar, den die Träger zu den Hauptwerken reformatorischer Bildkunst zählen, und einen Hof, der nicht wieder fortzog.

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Kurzprofil

Geboren:

1515

Gestorben:

1586

Nationalität:

deutsch

Rollen:
MalerGrafiker