Zum Inhalt springen
Haus
Erbaut 1547

Cranachhaus (Markt 11/12)

Markt 11/12, 99423 Weimar

Über diesen Ort

An der Ostseite des Marktes stehen zwei gleich gestaltete Giebelhäuser; im linken starb Lucas Cranach der Ältere. Die Stadt nennt es ein Zeugnis der Frührenaissance — ein Museum ist es nicht: Betreten kann man allein das Theater in seinen Gewölben.

Für einen Kanzler gebaut, 1547–49

Das Doppelhaus entstand in den Jahren, in denen sich der ernestinische Hof in Weimar einrichtete, gebaut für den herzoglichen Kanzler Christian Brück — der zufällig Lucas Cranachs Schwiegersohn war.[1] Die Stadt nennt das Ergebnis ein Zeugnis der Frührenaissance,[2] und an einem Platz, der sich später mit schlichteren Bauten füllte, ist es das noch immer: Säulen, Muschelnischen, Bogenportale, der Zierrat eines Augenblicks, in dem eine kleine Stadt plötzlich einen Hof hatte.[1]

Cranachs letztes Jahr, 1552–1553

1552 folgte der achtzigjährige Maler dem abgesetzten Kurfürsten Johann Friedrich nach Weimar und zog in die Nummer 11, das Haus seines Schwiegersohns.[1] Er richtete eine Werkstatt ein, nahm im Jahr vor seinem Tod noch zwei Schüler auf und arbeitete an dem dreiflügeligen Altarbild für die Stadtkirche wenige Straßen weiter.[2] Die Einzelheit, auf die es beim Altar ankommt: Er lebte hier bis zu seinem Tod im Oktober 1553 mit seinem Sohn, Lucas Cranach dem Jüngeren[2] — der Mann also, der das Bild vollendete, war im Haus, als es begonnen wurde. Wer auf dem Markt steht, steht zwischen dem Haus und dem Werk.

Was heute darin ist, seit 2002

Das Gebäude selbst ist privat, kein Museum; offen ist, was darunter liegt.[2] In diesen Kreuzgewölben spielt seit 2002 das Theater im Gewölbe, eine Bühne mit etwa hundert Plätzen, deren Spielplan vor allem Goethe gehört. Das Cranach-Haus verbringt seine Abende im Jahrhundert nach Cranach.

Was Besucher fragen

Warum ist das Haus mit Cranach verbunden?
Lucas Cranach der Ältere folgte 1552 dem abgesetzten Kurfürsten Johann Friedrich nach Weimar und zog in das linke Haus, das seines Schwiegersohns Christian Brück.[1] Er richtete dort eine Werkstatt ein und lebte und arbeitete darin bis zu seinem Tod im Oktober 1553.[2]
Kann man das Haus besichtigen?
Das Gebäude selbst ist privat, kein Museum — betreten kann man allein das Theater in seinen Gewölben.[2] Die Fassade am Markt ist jederzeit zu sehen.
Wann wurde es gebaut, und für wen?
1547–49, für den herzoglichen Kanzler Christian Brück, der zufällig Lucas Cranachs Schwiegersohn war.[1] Die Stadt nennt das Ergebnis ein Zeugnis der Frührenaissance.[2]
Welche Verbindung besteht zum Weimarer Altarbild?
Cranach arbeitete in seinem letzten Jahr von diesem Haus aus am dreiflügeligen Altarbild der Stadtkirche, und sein Sohn Lucas Cranach der Jüngere lebte bis zu dessen Tod mit ihm hier — der Mann also, der das Bild vollendete, war im Haus, als es begonnen wurde.[2]

Quellen

  1. Cranachhaus — Weimar-Lese (Bertuch Verlag Weimar), abgerufen am 29. August 2026
  2. Cranachhaus am Markt — Stadt Weimar, abgerufen am 30. August 2026

Verbundene Persönlichkeiten

Maler • Grafiker

Er wohnte und arbeitete von 1552 bis zu seinem Tod im Oktober 1553 im linken Haus.

Maler • Grafiker

Nach der Darstellung der Stadt lebte er hier mit seinem Vater bis zu dessen Tod im Oktober 1553 — in den Jahren, in denen der Weimarer Altar begonnen wurde.

Besuchsinformationen

Eintritt

Karten sind die des Theaters, verkauft vom Theater im Gewölbe.

Öffnungszeiten

Die Fassade am Markt ist jederzeit zu sehen, die Gewölbe an Spieltagen des Theaters.

Lage

Markt 11/12, 99423 Weimar

50.9792, 11.3304

In Weimars Geschichte

Epochen

Das Haus ist das Reformationsjahrhundert in Stein am Markt: das Renaissance-Doppelhaus eines Kanzlers, das den Maler des Kurfürsten aufnahm.

Ein Jahrhundert lang ist Weimar zuerst eine Stadt der Reformation — und Residenz wird es durch einen Zufall, weil einem Fürsten, der alles andere verloren hatte, dieser Ort blieb. Zurück lassen diese hundert Jahre die Renaissancegiebel am Markt, einen Altar, den die Träger zu den Hauptwerken reformatorischer Bildkunst zählen, und einen Hof, der nicht wieder fortzog.

In Weimars Geschichte

Ein geschlagener Kurfürst wählte die Stadt, die ihm geblieben war — und Weimar hörte auf, Provinz zu sein.

Das Haus, das Cranach bezog, neu in eben diesem Jahrzehnt.

Bühnen und Spielstätten

Theater im Gewölbe

Lucas-Cranach-Haus, Markt 11/12, 99423 Weimar

Das Theater spielt in den Kreuzgewölben dieses Hauses und nennt sich die Klassik-Bühne Weimars.

Marktplatz

Es steht an diesem Platz, und in seinen Gewölben spielt ein Theater.