Maurice Halbwachs
Biografie
Der Soziologe, dessen Arbeiten zum kollektiven Gedächtnis bis heute als Klassiker gelten — gestorben im März 1945 an der Ruhr, im KZ Buchenwald, vor den Augen seines Sohnes.
Der Wissenschaftler, 1877
Am 11. März 1877 in Reims geboren, war Halbwachs ein Soziologe ersten Ranges, dessen wissenschaftliche Arbeiten zur Gedächtnistheorie bis heute als Klassiker gelten.[1] Er gehörte der Sozialistischen Partei an, war mit einer Jüdin verheiratet, und beide Söhne waren im Widerstand aktiv.
Der letzte Transport, 1944–1945
Im August 1944 wurde er mit einem letzten Transport Gefangener aus den Gefängnissen der Stadt nach Buchenwald deportiert. Im Lager erkrankte er an der Ruhr und starb Monate später an deren Folgen, am 15. März 1945[1] — vor den Augen seines Sohnes, der dabei war. Er wurde 68 Jahre alt; siebenundzwanzig Tage nach seinem Tod wurde das Lager befreit.
Warum er nach Weimar gehört
Der Mann, dessen Bücher erklären, wie Gesellschaften entscheiden, woran sie sich erinnern, starb in einem Lager, um dessen Erinnerung seither gestritten wird — vom Staat, der ihm ein Denkmal baute, von einem Roman, der ein Jahrzehnt lang für seine Geschichte einstand, und von allen, die seither den Berg hinaufgegangen sind. Ein Hörsaal der Bauhaus-Universität Weimar trägt seinen Namen.
Was Besucher fragen
- Wofür ist Maurice Halbwachs bekannt?
- Ein Soziologe ersten Ranges; seine wissenschaftlichen Arbeiten zur Gedächtnistheorie gelten bis heute als Klassiker.[1]
- Wie starb Maurice Halbwachs?
- Im August 1944 nach Buchenwald deportiert, erkrankte er im Lager an der Ruhr und starb am 15. März 1945[1] vor den Augen seines Sohnes daran — siebenundzwanzig Tage vor der Befreiung des Lagers.
- Wird Maurice Halbwachs in Weimar gedacht?
- Ja, ein Hörsaal der Bauhaus-Universität Weimar trägt seinen Namen.
- Kann man in Buchenwald mehr über Maurice Halbwachs erfahren?
- Ja, in der Gedenkstätte Buchenwald, die das Lager bewahrt, in dem er starb.
Quellen
- Maurice Halbwachs — Gedenkstätte Buchenwald, abgerufen am 29. August 2026
Verbundene Orte in Weimar
Buchenwald, 99427 Weimar
Er starb am 15. März 1945 in dem Lager, das die Gedenkstätte bewahrt — keine vier Wochen vor dessen Befreiung.
Geschwister-Scholl-Straße 8, 99423 Weimar
Am 4. Dezember 2024 benannte die Universität ihren größten Hörsaal nach ihm; er starb im März 1945 in Buchenwald.
Historischer Kontext
Im August 1944 aus französischer Haft mit den letzten Transporten deportiert.
Das Regime wollte Weimar wegen dessen Namen — und errichtete auf dem Berg über der Stadt ein Konzentrationslager. Beides gehört zu denselben zwölf Jahren.
Mehr über diese Epoche →Kurzprofil
1877
1945
französisch
In Weimars Geschichte
In Weimars Geschichte
Ab Juli 1937 ließ die SS Häftlinge auf dem Ettersberg ein Lager bauen, auf dem bewaldeten Höhenzug über der Stadt. 277.800 Menschen aus über fünfzig Ländern waren dort inhaftiert; 56.000 überlebten es nicht.
Einer der 277.800 Verschleppten und einer der 56.000, die nicht zurückkamen.