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Ottilie von Goethe

Auch bekannt als: geborene von Pogwisch

1796–1872
deutsch
HerausgeberinGastgeberin

Biografie

Mit einundzwanzig heiratete sie in den berühmtesten Haushalt Deutschlands hinein und verbrachte den Rest ihres Lebens mit den Folgen. 1796 in Danzig geboren, heiratete sie 1817 in Weimar Goethes Sohn August, führte das Haus am Frauenplan und überlebte fast alle darin; 1872 starb sie in Weimar.

Mit vierunddreißig Witwe

August starb 1830 in Rom, und die Neue Deutsche Biographie beschönigt nicht, wie das bei ihr ankam: „Früh schon, vor allem aber nach dem als Befreiung empfundenen Tode Augusts, widmete sich G. in bizarrer, am Byronkult genährter Schwärmerei der Freundschaft mit Männern.“ So deutlich äußert sich ein Nachschlagewerk selten über eine Ehe — und man sollte es zitieren statt umschreiben, denn die übliche Erzählung vom Goethe-Haushalt räumt kaum je ein, dass darin jemand unglücklich war.

Sie gab eine Zeitschrift heraus

Von 1829 bis 1832 gab sie die Zeitschrift „Chaos“ heraus — entstanden in den literarischen Zirkeln Weimars, während ihr Schwiegervater wenige Zimmer entfernt noch lebte und arbeitete. Dieses Detail macht aus ihr statt eines Anhängsels der Familie jemanden, der mitten darin eigene Arbeit tat.

Wien und das lange Nachleben

1835 zog sie nach Wien und blieb bis 1866, hielt geistigen Umgang und verteidigte von dort das Erbe ihres Schwiegervaters — drei Jahrzehnte lang diejenige zu sein, die tatsächlich mit ihm gelebt hatte. Vier Kinder hatte sie: Walther, Wolfgang, Alma, die mit siebzehn starb, und eine außerehelich geborene Tochter, die ein Jahr alt wurde. Dann kehrte sie zum Sterben nach Weimar zurück.

Werke & Leistungen

Chaos (Zeitschrift, 1829–1832)

Verbundene Orte in Weimar

Frauenplan 1, 99423 Weimar

Sie lebte im Haushalt am Frauenplan, später in einer Dachwohnung des Hauses.

Historischer Kontext

Weimarer Klassik17751832

Die Generation, die in der Zeit nach der Epoche leben musste — und zwar in deren berühmtestem Haus.

Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.

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Kurzprofil

Geboren:

1796

Gestorben:

1872

Nationalität:

deutsch

Rollen:
HerausgeberinGastgeberin

Auf der Bühne

Auf der Bühne

Besuch vom Teufel – Goethes letzte Tage

Walter Hesse

Sie ist die zweite Rolle: die Schwiegertochter, die ihn durch die letzten Monate pflegt — hier gespielt von Heike Meyer.

In Weimars Geschichte

In Weimars Geschichte

Er starb in dem Haus am Frauenplan, das er seit 1782 gemietet hatte; am 26. März wurde er in die Fürstengruft getragen, neben Schiller.

Seine Schwiegertochter, die im Haushalt blieb und sein Erbe vierzig Jahre lang verteidigte.