Goethes Tod, 22. März 1832
Er starb in dem Haus am Frauenplan, das er seit 1782 gemietet hatte; am 26. März wurde er in die Fürstengruft getragen, neben Schiller.
Am 22. März 1832 starb Goethe in dem Haus, in dem er fast fünfzig Jahre gewohnt hatte — und vier Tage später brachte ihn die Beisetzung an einen Ort, mit dem kein Schriftsteller seines Jahrhunderts rechnen konnte: in die Grablege eines regierenden Hauses.
In die Fürstengruft, 26. März
Erbaut worden war die Gruft zwischen 1823 und 1828 für die Familie Carl Augusts; Schiller hatte man 1827 hineingetragen.[1] Goethe folgte am 26. März 1832. Seither liegen die beiden zwischen den Herzögen und nicht die Herzöge zwischen ihnen — eine Anordnung, die die Stiftung einzigartig nennt und die sich nur als Entscheidung darüber verstehen lässt, wofür ein kleiner Staat sich hielt.
Was im Haus zurückblieb
Die Räume am Frauenplan wurden nicht ausgeräumt. Arbeitszimmer und Bibliothek sind mit ihrer originalen Einrichtung erhalten — die Stiftung nennt diese Bewahrung einzigartig[2] —, und das Haus wurde Museum. Deshalb steht man heute in dem Raum, in dem ein Mann ein halbes Jahrhundert gearbeitet hat, und nicht in dessen Rekonstruktion. Seine Schwiegertochter Ottilie blieb im Haushalt, später in einer Dachwohnung des Hauses, und verteidigte vierzig Jahre lang, was er hinterlassen hatte.
Warum die Epoche hier endet
Strukturell änderte sich am 22. März 1832 in Weimar nichts[3] — das Theater spielte weiter, die Bibliothek lieh weiter aus. Das Datum ist eine Konvention: Eine nach einem Ort benannte Epoche wird mit dem Tod eines Mannes geschlossen, der dort wohnte — das sagt mehr darüber, wie diese Jahrzehnte seither erinnert werden, als über den Tag selbst.
Quellen
- Fürstengruft — Klassik Stiftung Weimar, abgerufen am 29. August 2026
- Goethes Wohnhaus — Klassik Stiftung Weimar, abgerufen am 29. August 2026
- Johann Wolfgang von Goethe (Q5879) — Wikidata, abgerufen am 29. August 2026
Persönlichkeiten
Persönlichkeiten
1749–1832 • Dichter • Staatsmann • Naturforscher
Sein Tod im Haus am Frauenplan und die Beisetzung vier Tage später.
1759–1805 • Dichter • Dramatiker • Historiker
Er wurde neben Schiller gelegt, den man fünf Jahre zuvor in die Gruft getragen hatte.
1796–1872 • Herausgeberin • Gastgeberin
Seine Schwiegertochter, die im Haushalt blieb und sein Erbe vierzig Jahre lang verteidigte.
Historische Orte
Historische Orte
Frauenplan 1, 99423 Weimar
Sein Sterbehaus nach fast fünfzig Jahren als Mieter.
Historischer Friedhof am Poseckschen Garten, 99423 Weimar
Dorthin wurde er am 26. März 1832 getragen, in die Grablege des regierenden Hauses.
Epoche
1775–1832
Das konventionelle Ende der Epoche — ein Datum, das um ein einzelnes Leben gezogen ist.