Fürstengruft
Über diesen Ort
Unter der Anhöhe stehen zwei Särge nebeneinander, und einer hält nicht, was auf ihm steht. Zwischen 1823 und 1828 als Grablege des Hauses Sachsen-Weimar-Eisenach erbaut, wurde die Fürstengruft zu etwas ganz anderem: dem Raum, in dem ein Herzogtum Goethe und Schiller zwischen seine eigenen Toten legte statt unter sie.
Eine Grablege, die es sich anders überlegte, 1823–1832
Clemens Wenzeslaus Coudray baute sie im Auftrag Großherzog Carl Augusts, und gedacht war ein Familiengrab: schlicht klassizistisch, eine Kuppelkammer über einer Treppe, wie es jedes regierende Haus der Zeit wollte. Dann wurde am 16. Dezember 1827 Schiller hereingetragen, am 26. März 1832 folgte Goethe[1] — und das Familiengrab war keines mehr. Die Stiftung nennt den Bau ein einzigartiges Mausoleum; es liegt an dieser Anordnung. Ein regierendes Haus räumte zwei Männern, die bei ihm angestellt gewesen waren, die Mitte der eigenen Grablege ein. Die Wirkung des Raumes hat mit Architektur nichts zu tun und mit dieser Entscheidung alles.
In Schillers Sarg liegt nicht Schiller, 1805–1827
Bestattet wurde er 1805 in einem Gewölbe am anderen Ende der Stadt, 1827 holte man ihn mit allen Ehren herauf. Genetische Untersuchungen haben inzwischen ergeben, dass die damals überführten Gebeine anderen Personen gehören;[2] wo Schillers Gebeine sind, ist ungeklärt. Einer der beiden meistbesuchten Särge Weimars ist damit eine Geste — der Raum existiert, um eine solche Geste zu machen, darüber, wen ein Staat ehrt, und das ist diese Geste, Jahrzehnte nach Bekanntwerden der Tatsache noch immer gemacht.
Was Besucher fragen
- Wer ist in der Fürstengruft bestattet?
- Goethe und Schiller, in einer Gruft, die als Familiengrablege des Hauses Sachsen-Weimar-Eisenach errichtet wurde. Schiller wurde am 16. Dezember 1827 hereingetragen, Goethe am 26. März 1832[1] — ein regierendes Haus räumte zwei Männern, die bei ihm angestellt gewesen waren, die Mitte der eigenen Grablege ein.
- Liegt wirklich Schiller in dem Sarg?
- Nein. Er wurde 1805 zunächst in einem anderen Gewölbe am anderen Ende der Stadt bestattet und 1827 hierher überführt, doch genetische Untersuchungen haben inzwischen ergeben, dass die damals überführten Gebeine anderen Personen gehören.[2] Wo Schillers eigene Gebeine sind, ist ungeklärt.
- Wann wurde sie erbaut, und für wen?
- Zwischen 1823 und 1828, von Clemens Wenzeslaus Coudray, im Auftrag Großherzog Carl Augusts als Familiengrab des Hauses Sachsen-Weimar-Eisenach.
- Kann man sie besichtigen?
- Ja — Mittwoch bis Montag, 10–18 Uhr, dienstags geschlossen und im Winter geschlossen. 7 € Erwachsene, 5 € ermäßigt, 2 € Schüler (16–20 Jahre).
Quellen
- Fürstengruft — Klassik Stiftung Weimar, abgerufen am 30. August 2026
- Kassengewölbe — Klassik Stiftung Weimar, abgerufen am 29. August 2026
Verbundene Persönlichkeiten
Dichter • Dramatiker • Historiker
Dorthin überführte ihn die Stadt 1827 — die überführten Gebeine sind nachweislich nicht seine.
Dichter • Staatsmann • Naturforscher
Am 26. März 1832 hier beigesetzt, neben Schiller.
Herzog • Großherzog • Mäzen
Er gab die Gruft in Auftrag; Coudray baute sie für ihn zwischen 1823 und 1828.
Besuchsinformationen
7 € Erwachsene; 5 € ermäßigt; 2 € Schüler (16–20 Jahre)
Mi–Mo 10–18 Uhr; dienstags geschlossen; im Winter geschlossen
Historischer Friedhof am Poseckschen Garten, 99423 Weimar
50.9726, 11.3257
In Weimars Geschichte
Epochen
Der Ort, an dem die beiden Namen der Epoche gelandet sind — und zu welchen Bedingungen.
Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.
In Weimars Geschichte
Er starb im Arbeitszimmer unter dem Dach seines eigenen Hauses, drei Jahre nach dem Kauf — und wurde in der Nacht vom 11. auf den 12. Mai in einer Gruft beigesetzt, die der Hof für Standespersonen ohne eigenes Grab bereithielt.
Dorthin überführte ihn die Stadt 1827 — eine Überführung, die genetische Untersuchungen widerlegt haben.
Er starb in dem Haus am Frauenplan, das er seit 1782 gemietet hatte; am 26. März wurde er in die Fürstengruft getragen, neben Schiller.
Dorthin wurde er am 26. März 1832 getragen, in die Grablege des regierenden Hauses.