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Wilhelm Wagenfeld

1900–1990
deutsch
GestalterSilberschmiedIndustriedesigner

Biografie

Zwei Jahre Student — und Urheber des einen Gegenstands, der auch denen „Bauhaus“ sagt, die von Gropius nie gehört haben: der Tischleuchte aus Glas und Metall von 1924.

Ein Silberschmied geht noch einmal zur Schule

1900 in Bremen geboren, kam Wagenfeld 1923 ausgebildet ans Bauhaus: Lehre im Zeichenbüro einer Bremer Silberwarenfabrik, dann die dortige Kunstgewerbeschule, dann ein Stipendium an der Zeichenakademie Hanau. Am Bauhaus absolvierte er bis 1925 den Grundunterricht und die Metallarbeit — zwei Jahre als Student, und auf diesen zwei Jahren ruht alles Weitere.

Die Leuchte

1924 entstand die Tischleuchte: vernickelter Schaft, runder Fuß, Kugel aus Opalglas. Die Klassik Stiftung, die sie als MT 9 verwahrt, schreibt sie Wagenfeld und Carl Jacob Jucker gemeinsam zu — Juckers früherer Entwurf, überarbeitet zu der Form, die geblieben ist. Es ist das meistreproduzierte Stück, das diese Schule hervorgebracht hat, und es stammt von einem Studenten im zweiten Jahr.

Er blieb, als das Bauhaus ging

Nach der Auflösung des Weimarer Bauhauses am 1. April 1925 wurde er Mitglied im Deutschen Werkbund und Assistent an der Nachfolgeeinrichtung in Weimar, der Staatlichen Hochschule für Handwerk und Baukunst; 1928 leitete er dort die Metallwerkstätten. Das Bauhaus zog nach Dessau — der Gestalter seines berühmtesten Gegenstands blieb in der Stadt und unterrichtete weiter.

Entwerfen für Fabriken

Er lehrte an der Kunsthochschule in Berlin, leitete von 1935 bis 1947 die Vereinigten Lausitzer Glaswerke, arbeitete für WMF und andere Hersteller und gründete 1954 in Stuttgart die Versuchs- und Entwicklungswerkstatt für Industriemodelle, die bis 1978 bestand. 1990 starb er in Stuttgart — nach einem Berufsleben mit genau dem, was das Bauhaus sich vorgenommen hatte: Dinge entwerfen, die eine Fabrik auch herstellen kann.

Werke & Leistungen

die Tischleuchte MT 9 (1924, mit Carl Jacob Jucker)

Glas für die Vereinigten Lausitzer Glaswerke

Verbundene Orte in Weimar

Geschwister-Scholl-Straße 8, 99423 Weimar

Von 1923 bis 1925 studierte er Metall in den Weimarer Gebäuden der Schule — und blieb an ihrer Nachfolgeeinrichtung.

Stéphane-Hessel-Platz 1, 99423 Weimar

Hier steht die Tischleuchte, die er 1924 mit Carl Jacob Jucker machte — das Ding, das die meisten vor Augen haben, wenn sie „Bauhaus“ hören.

Historischer Kontext

Student der Weimarer Jahre und Gestalter der Leuchte, an der man die Epoche erkennt.

Das Bauhaus wurde 1919 in Weimar gegründet und war 1925 wieder fort — Zeit genug, um zu ändern, was eine Gestaltungsschule ist, und zu wenig für die Stadt, die es hervorgebracht hat, um es zu behalten.

Mehr über diese Epoche →

Kurzprofil

Geboren:

1900

Gestorben:

1990

Nationalität:

deutsch

Rollen:
GestalterSilberschmiedIndustriedesigner

In Weimars Geschichte

In Weimars Geschichte

Eine Wahl, ein halbierter Etat, gekündigte Verträge zum 31. März 1925 — nach sechs Jahren ging die Schule nach Dessau.

Bei der Auflösung ging er nicht nach Dessau, sondern an die Weimarer Nachfolgeschule.