Die Gründung des Bauhauses, April 1919
Walter Gropius übernahm im geschlagenen Land eine großherzogliche Kunsthochschule und nannte sie Staatliches Bauhaus.
Der 1. April 1919 gilt als Gründungstag — eine Direktorenstelle, eine Vereinigung und ein neuer Name, in einem Land, das seit fünf Monaten Republik war.
Aus zwei Schulen wird eine
Walter Gropius wurde Direktor der Großherzoglich Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst in Weimar und vereinigte sie am 12. April förmlich mit der aufgelösten Kunstgewerbeschule, die Henry van de Velde vor dem Krieg aufgebaut hatte.[1] Eine Einrichtung, in van de Veldes beiden Bauten an der heutigen Geschwister-Scholl-Straße, unter einem Namen, den es vorher nicht gab: Staatliches Bauhaus.
Warum 1919 und nicht 1913
Die Universität, die heute in diesen Gebäuden arbeitet, nennt die Gründung Ergebnis und Ausdruck des gesellschaftspolitischen Umbruchs, und schlichter lässt es sich kaum sagen.[2] Die Monarchie war fünf Monate zuvor verschwunden, in derselben kleinen Stadt wurde in diesem Frühjahr der Staat neu geschrieben, und eine Schule, die den Unterschied zwischen Künstler und Handwerker aufheben wollte, ließ sich plötzlich öffentlich begründen statt in einer Broschüre.
Geändert hat sich die Lehre
Jede und jeder Studierende arbeitete gleichzeitig bei einem Werkmeister und einem Formmeister; im Zentrum stand die Werkstatt und nicht der Zeichensaal. Aus dieser Ausbildung kam alles, wofür das Bauhaus heute steht — und gegen sie richtete sich binnen fünf Jahren das konservative Thüringen, denn eine Schule, in der die Tischlerei so viel galt wie der Aktsaal, war keine stille Zierde für eine Residenzstadt.
Quellen
- Weimar – Die Bauhaus-Phasen — Bauhaus Kooperation, abgerufen am 29. August 2026
- Geschichte der Bauhaus-Universität Weimar — Bauhaus-Universität Weimar, abgerufen am 29. August 2026
Persönlichkeiten
Persönlichkeiten
1883–1969 • Architekt • Gründer und Direktor des Bauhauses • Lehrer
Am 1. April 1919 zum Direktor ernannt, benannte er die Hochschule um.
1863–1957 • Architekt • Designer • Gründer der Weimarer Kunstgewerbeschule
Seine im Krieg aufgelöste Kunstgewerbeschule wurde am 12. April eingegliedert.
Historische Orte
Historische Orte
Geschwister-Scholl-Straße 8, 99423 Weimar
In diesem Gebäude wurde gegründet; mit ihm übernahm die Schule van de Veldes zweiten Bau.
Epoche
In Weimars Geschichte
In Weimars Geschichte
Die Schule, aus der das Bauhaus gebaut wurde: als privates Seminar in geliehenen Räumen begonnen, dreizehn Jahre später auf Anordnung geschlossen.
Die Schule, die Gropius am 12. April eingliederte — 1915 vom Staat geschlossen und der Grund, warum das Bauhaus vom ersten Tag an Werkstätten hatte.
Sechs gefaltete Seiten mit einer Kathedrale vorn — das Papier, das Weimar erklärte, wozu die neue Schule da sein sollte.
Geschrieben in dem Monat, in dem die Schule gegründet und umbenannt wurde.
Am 6. Februar 1919 trat die Versammlung, die Deutschland eine Verfassung geben sollte, zum ersten Mal zusammen — in einem elf Jahre alten Hoftheaterbau. Weimar wurde gewählt, weil Berlin zu gefährlich war.
Dieselbe Stadt, dasselbe Frühjahr: Während die Schule gegründet wurde, tagte in Weimar die Nationalversammlung.