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Maria Pawlowna, Großherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach

1786–1859
russisch
GroßherzoginMäzenin

Biografie

1804 kam eine Zarentochter durch Heirat nach Weimar, und die Klassik Stiftung nennt sie heute die Begründerin von Weimars Silbernem Zeitalter — jener Jahrzehnte nach Goethe, in denen die Stadt beschloss, weiterhin ein Ort zu sein, an dem etwas geschieht.

Wofür sie tatsächlich bezahlte

Eine Repräsentationsfigur war sie nicht; man sieht es an den Rechnungsbüchern. Musiker und Maler standen unter ihrem Schutz, dazu jene gelehrten Einrichtungen, die sich ein kleines Herzogtum sonst nie geleistet hätte, und die Wohlfahrtsstiftungen eines Staates, der kaum welche besaß. Die Parks zählten ebenso dazu — nicht als Vergnügen, sondern als Pflicht, auf ihre Kosten unterhalten und erweitert. Das ist Mäzenatentum als Verwaltungsaufgabe, nicht als Geschmacksfrage.

Die Entscheidung, die das Jahrhundert machte

Eine Wahl wiegt schwerer als alle übrigen: Sie holte Franz Liszt an den Weimarer Hof. Diese eine Berufung machte aus der Stadt für eine Generation statt einer literarischen Erinnerung eine Musikhauptstadt — die Uraufführungen, die Schüler aus ganz Europa, die Hochschule, die heute seinen Namen trägt, gehen sämtlich auf ihre Einladung zurück und nicht auf einen Plan des Hofes.

Ein Garten, aus Sankt Petersburg mitgebracht

Ein Stück Russland kam mit ihr und blieb. Westlich des Schlosses Belvedere liegt der Russische Garten, auf Veranlassung ihres Mannes Carl Friedrich als beinahe exakte Kopie ihres eigenen Gartens in Sankt Petersburg angelegt. Es ist Heimweh, in Landschaft übersetzt — und einer der wenigen Orte in Weimar, an denen Besucher nicht in ihrem Mäzenatentum stehen, sondern in ihrem Leben.

Was Besucher fragen

Was hat Maria Pawlowna für Weimar getan?
Als Großherzogin förderte sie Musiker, Maler, gelehrte Institutionen und Wohlfahrtsstiftungen und bezahlte den Unterhalt und die Erweiterung der Parkanlagen.
Was ist Maria Pawlownas bedeutendste Entscheidung für Weimar?
Die Berufung Franz Liszts an den Weimarer Hof — die eine Entscheidung, die die Stadt für eine Generation zur Musikhauptstadt machte.
Was ist der Russische Garten in Belvedere?
Ein Garten westlich des Schlosses Belvedere, auf Veranlassung ihres Mannes Carl Friedrich als beinahe exakte Kopie ihres eigenen Gartens in Sankt Petersburg angelegt.
Kann man Orte besuchen, die mit Maria Pawlowna verbunden sind?
Ja, den Russischen Garten am Schloss Belvedere.

Werke & Leistungen

Berufung Franz Liszts an den Weimarer Hof

Förderung von Musik, Kunst und gelehrten Institutionen

Russischer Garten in Belvedere

Verbundene Orte in Weimar

Schloss Belvedere Allee 1, 99425 Weimar

Der Russische Garten westlich des Schlosses wurde auf Veranlassung Carl Friedrichs für sie angelegt, als beinahe exakte Kopie ihres Gartens in Sankt Petersburg.

Fürstengraben 26, 07743 Jena

Goethe empfing sie und Großherzog Carl Friedrich einmal in seiner Gartenwohnung im Inspektorhaus.

Am Poseckschen Garten, 99423 Weimar

Die Russisch-Orthodoxe Kapelle wurde 1860 bis 1862 für sie errichtet.

Historischer Kontext

Die Klassik Stiftung nennt sie die Begründerin der Epoche; bei ihr setzt deren Erzählung ein.

Als Goethe 1832 starb, stand Weimar vor der Frage, was eine Stadt nach ihrer Blütezeit eigentlich tut. Weimar machte weiter, und die Antwort dauerte sechsundachtzig Jahre — jene Epoche, die die Klassik Stiftung Weimar das Silberne Zeitalter nennt. An die Stelle der Literatur trat die Musik, zwei fürstliche Mäzene bezahlten dafür, und die Schulen, die sie gründeten, überlebten die Monarchie, die sie finanziert hatte.

Mehr über diese Epoche →

Kurzprofil

Geboren:

1786

Gestorben:

1859

Nationalität:

russisch

Rollen:
GroßherzoginMäzenin

Persönlichkeiten

Persönlichkeiten

Carl Friedrich

1783–1853 • Erbprinz • Großherzog

Er heiratete die Zarentochter am 3. August 1804 in Sankt Petersburg und ließ für sie den Russischen Garten in Belvedere anlegen.

Johann Peter Eckermann

1792–1854 • Schriftsteller • Herausgeber • Bibliothekar

Er war ihr Bibliothekar.

Luise von Hessen-Darmstadt

1757–1830 • Herzogin • Großherzogin

Ihre Schwiegertochter seit 1804, deren russische Verbindungen die Zaren Alexander I. und Nikolaus I. nach Weimar brachten.

Franz Liszt

1811–1886 • Komponist • Pianist • Dirigent

Sie berief ihn an den Weimarer Hof — die Entscheidung, auf der das ganze Musikjahrhundert dieser Stadt beruht.

In Weimars Geschichte

In Weimars Geschichte

Der Wiener Kongress machte Carl August 1815 zum Großherzog eines vergrößerten Landes; am 5. Mai 1816 gab er ihm die erste Verfassung in Deutschland nach den Befreiungskriegen – mit gewähltem Landtag und voller Pressefreiheit.

Ihre russische Verbindung brachte ihrem Schwiegervater auf dem Wiener Kongress den Großherzogstitel und die neuen Gebiete.