Historischer Friedhof & Fürstengruft
Über diesen Ort
1818 geweiht, als Nachfolger des Jakobsfriedhofs, angelegt auf einem strengen Grundgerüst sich kreuzender Alleen, das ihn in vier Grabquartiere teilt. 1998 nahm die UNESCO ihn samt Fürstengruft in das Ensemble „Klassisches Weimar“ auf.
Der Friedhof, der den anderen ablöste, 1818–1827
Weimars älterer Begräbnisplatz war der Jakobsfriedhof; 1818 trat dieser hier seine Nachfolge an.[1] Schiller wurde 1805 in einem Gewölbe auf dem alten Kirchhof bestattet,[2] dreizehn Jahre bevor es diesen Friedhof gab, und erst 1827 hierher gebracht[3] — überführt weniger in ein besseres Grab als in eine neuere Einrichtung, eine mit Geometrie, vier Quartieren und Alleen, nach Art des beginnenden Jahrhunderts und nicht des zu Ende gegangenen.
Drei Bauten darauf, 1860–1879
Die Fürstengruft von Clemens Wenzeslaus Coudray birgt die Särge Goethes und Schillers. Daneben steht die Russisch-Orthodoxe Kapelle, 1860 bis 1862 für Großherzogin Maria Pawlowna errichtet[1] — eine Romanowa, in ein thüringisches Herzogtum verheiratet, brauchte einen Ort, an dem sie nach eigenem Ritus bestattet werden konnte. 1878/79 folgte die Gedächtnishalle.[1] Drei Bauten, drei verschiedene Vorstellungen davon, wozu ein Grab da ist, hinter einer Mauer.
Was man vor der Gruft wissen sollte
Der Friedhof ist frei zugänglich, die Gruft kostet Eintritt; dienstags und im Winter bleibt sie geschlossen.[3] Eines sollte man die Treppe hinunter mitnehmen: In dem Sarg, auf dem Schiller steht, liegt er nicht. Die 1827 hierher überführten Gebeine gehören laut genetischer Untersuchung anderen Personen — die Stiftung sagt das offen.[2]
Was Besucher fragen
- Wer ist in der Fürstengruft bestattet?
- Die Särge Goethes und Schillers. Schiller wurde zunächst 1805 im Kassengewölbe auf dem alten Jakobsfriedhof beigesetzt[2] und erst 1827 hierher überführt,[3] dreizehn Jahre nachdem dieser Friedhof den älteren abgelöst hatte; Goethe folgte später. In dem Sarg, auf dem Schiller steht, liegt er nicht — genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass die 1827 überführten Gebeine anderen Personen gehören.[2]
- Welche weiteren Bauten gibt es auf dem Gelände?
- Zwei weitere Bauten neben der Fürstengruft: die Russisch-Orthodoxe Kapelle, 1860 bis 1862 für Großherzogin Maria Pawlowna errichtet,[1] und die Gedächtnishalle von 1878/79[1] — drei Bauten, drei verschiedene Vorstellungen davon, wozu ein Grab da ist, hinter einer Mauer.
- Ist der Besuch kostenlos?
- Das Friedhofsgelände ist frei zugänglich. Die Fürstengruft selbst kostet Eintritt: 7 € Erwachsene, 5 € ermäßigt, 2 € für Schüler (16–20 Jahre).[3]
- Wann ist die Fürstengruft geöffnet?
- Mittwoch bis Montag, 10–18 Uhr, dienstags geschlossen und im Winter geschlossen.[3]
Verbundene Persönlichkeiten
Architekt • Oberbaudirektor
Hier ist er begraben, unter einer selbst entworfenen Grabplatte an der westlichen Friedhofsmauer.
Großherzogin • Mäzenin
Die Russisch-Orthodoxe Kapelle wurde 1860 bis 1862 für sie errichtet.
Ebenfalls mit diesem Ort verbunden:
Quellen (3)
- Historischer Friedhof Weimar — Stadt Weimar, abgerufen am 30. August 2026
- Kassengewölbe — Klassik Stiftung Weimar, abgerufen am 29. August 2026
- Fürstengruft — Klassik Stiftung Weimar, abgerufen am 29. August 2026
Besuchsinformationen
Fürstengruft 7 € Erwachsene, 5 € ermäßigt, 2 € Schüler (16–20 Jahre); das Friedhofsgelände ist frei zugänglich
Fürstengruft: Mi–Mo 10–18 Uhr, dienstags geschlossen, im Winter geschlossen
Am Poseckschen Garten, 99423 Weimar
50.9681, 11.3216
Veranstaltungen an diesem Ort
Veranstaltungen
Täglich 10 und 14 Uhr, rund zwei Stunden
Die Gruft, in der Goethe liegt und in der Schillers Sarkophag neben seinem steht.
Ein Tag im Juni
Die Fürstengruft ist gemeinsam mit dem historischen Friedhof eingeschrieben, der um sie herum angelegt wurde.
In Weimars Geschichte
Historische Orte
Historischer Friedhof am Poseckschen Garten, 99423 Weimar
Die Gruft steht auf der Anhöhe mitten im Historischen Friedhof.
Am Jakobskirchhof, 99423 Weimar
Das Gewölbe auf dem Jakobskirchhof, in dem Schiller tatsächlich bestattet wurde — auf dem Friedhof, den dieser hier ablöste.
Am Rollplatz 4, 99423 Weimar
Die Kirche des Jakobsfriedhofs, jenes älteren Begräbnisplatzes, den dieser Friedhof 1818 ablöste.
Epochen
Hier wurden die Toten der Epoche versammelt — ein Jahrzehnt nach deren eigenem Enddatum.
Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.
In Weimars Geschichte
Zweimal in drei Jahren setzte das Welterbekomitee Weimar auf seine Liste: am 7. Dezember 1996 die Bauhaus-Bauten, am 2. Dezember 1998 die elf Denkmäler des Klassischen Weimar.
1998 mit der Fürstengruft als eines der elf Denkmäler des Klassischen Weimar eingetragen.