Apolda
Über Apolda
Zweieinhalb Jahrhunderte lang goss Apolda Glocken und schickte über zwanzigtausend davon in die Welt — darunter die größte des Kölner Doms. Die Gießereien sind verschwunden, das Museum, das sie erklärt, nicht. Dazu kommen zwei Ansprüche, mit denen niemand rechnet: eine Automarke und eine Hunderasse.
Sehenswürdigkeiten in Apolda
Auenstraße 11, 99510 Apolda
Das Museum ist das der Stadt, und sein Gegenstand ist das, was die Stadt tat: Glocken und Textilien.
Apolda im Detail
Woher die Glocken kamen, 1722 bis 1910
Das Handwerk beginnt 1722, als Johann Christoph Rose in der heutigen Glockengießerstraße eine erste Gießhütte errichten ließ. 1759 ging sie an Johann Georg Ulrich über, der aus einer hessischen Glockengießerfamilie stammte; ein Enkel gründete 1826 einen zweiten Betrieb, und 1876 übernahm Franz Friedrich August Schilling einen davon, indem er in die Familie einheiratete. Beeindruckend ist der Ausstoß: 1.260 Glocken zwischen 1826 und 1876, bis 1910 noch einmal mehr als fünftausend, insgesamt über zwanzigtausend, die aus dieser kleinen Stadt in alle Welt gingen.
Der Decke Pitter, 1923
Die größte Glocke des Kölner Doms wurde 1923 in Apolda gegossen — der Decke Pitter, den Köln zu den hohen Festen läutet. Aus der Ulrichschen Gießerei kam auch das Geläut der Dresdner Kreuzkirche.
Wie es endete, 1948 bis 1988
1948 schloss die Ulrichsche Gießerei. Der Schilling-Betrieb hielt bis 1988 durch und stellte zuletzt vor allem Glockenspiele her. Geblieben ist das Museum: 1952 gegründet, zeigt es die Kulturgeschichte der Glocke von den Anfängen bis zur Gegenwart in fünf Abteilungen.
Autos, Hunde und Strickwaren
Von 1904 bis 1928 baute die Firma Ruppe und Sohn — ab 1912 Apollo-Werke AG — hier Automobile der Marken Piccolo und Apollo. Der Dobermann ist ein Apoldaer Hund: Friedrich Louis Dobermann, Bürger dieser Stadt, lebte von 1834 bis 1894 und züchtete ihn heran. Und älter als beides ist das Stricken: Ein Erbzinsregister von 1593 führt einen „David der Strickermann“, was die Stadt als Hinweis darauf liest, dass Handstricken hier schon damals ein Beruf war.
Was Besucher fragen
- Wofür ist Apolda bekannt?
- Apolda ist als Glockenstadt bekannt: Zweieinhalb Jahrhunderte lang goss die Stadt Glocken und schickte über zwanzigtausend davon in die Welt, darunter die größte des Kölner Doms. Außerdem gab sie dem Dobermann den Namen und baute Automobile unter den Marken Piccolo und Apollo.
- Wie viele Glocken wurden in Apolda gegossen?
- Insgesamt über zwanzigtausend, darunter 1.260 zwischen 1826 und 1876 und bis 1910 noch einmal mehr als fünftausend.
- Was ist der Decke Pitter?
- Die größte Glocke des Kölner Doms, 1923 in Apolda gegossen — die Glocke, die Köln zu den hohen Festen läutet. Aus der Ulrichschen Gießerei kam auch das Geläut der Dresdner Kreuzkirche.
- Kann man das Glockenmuseum in Apolda besichtigen?
- Das 1952 gegründete Glockenmuseum zeigt die Kulturgeschichte der Glocke in fünf Abteilungen, in der Glockengießerstraße, wo ab 1722 die erste Gießhütte stand.
- Welche Verbindung hat Apolda zum Dobermann?
- Friedrich Louis Dobermann, Bürger dieser Stadt, lebte von 1834 bis 1894 und züchtete den Hund in Apolda.
Auf einen Blick
Nordöstlich
Höhepunkte & Sehenswertes
Historische Bedeutung
Zweieinhalb Jahrhunderte Glockenguss, von 1722 bis zur Schließung des letzten Betriebs 1988, mit über 20.000 Glocken für Kirchen in aller Welt.
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Aus der Geschichte von Apolda
In Weimars Geschichte
Vom 27. September bis 14. Oktober 1808 trafen sich Napoleon und Zar Alexander I. mit den Rheinbundfürsten in Erfurt — und am 6. Oktober kam der Kongress nach Weimar.
Die Hasenjagd vom 7. Oktober 1808 fand auf dem alten herzoglichen Jagdrevier bei Apolda statt.
Übernachten und essen in der Nähe
Übernachten
Jenaer Straße 37, 99510 Apolda
Das Haus liegt in der Stadt, in die seine Gäste fahren.
Essen & Trinken
Jenaer Straße 37, Apolda
Das Restaurant und die Zimmer darüber liegen in der Stadt.
Apothekergäßchen 1, Apolda
Im Apothekergäßchen, einer Gasse mitten in der Stadt.
Jenaer Straße 2, Apolda
Das Restaurant gehört zum Hotel am Schloß, in der Stadt.
Lesenswert
Persönlichkeiten
1749–1832 • Dichter • Staatsmann • Naturforscher
1759–1805 • Dichter • Dramatiker • Historiker
1739–1807 • Herzogin • Regentin • Mäzenin • Komponistin
1883–1969 • Architekt • Gründer und Direktor des Bauhauses • Lehrer
Historische Orte
Frauenplan 1, 99423 Weimar
Platz der Demokratie 1, 99423 Weimar
Stéphane-Hessel-Platz 1, 99423 Weimar
Buchenwald, 99427 Weimar