Arnstadt
Über Arnstadt
Arnstadt kann seine Geschichte weiter zurückverfolgen als jede andere Stadt Thüringens:[1] Eine Schenkungsurkunde von 704 nennt den Ort, und die Kirche, die darauf steht, gibt es noch heute. 1703 bekam der achtzehnjährige Johann Sebastian Bach hier seine erste Stelle — er prüfte eine nagelneue Orgel ab und spielte sie dann vier Jahre lang. Eine barocke Fürstin verbrachte fünfunddreißig Jahre damit, in ihrem Schloss eine Puppenstadt zu bauen, und die Stadt zeigt sie bis heute. Zwischen romanisch-gotischer Kirche, Renaissance-Marktplatz und Bachs eigener Orgelempore steckt in Arnstadts Altstadt eine Menge thüringische Geschichte auf kurzem Weg.
Der älteste Name Thüringens, seit 704
Eine Urkunde von 704, mit der der thüringische Herzog Hedan II. dem angelsächsischen Bischof Willibrord Land schenkte, nennt den Ort, aus dem Arnstadt wurde — keine andere thüringische Stadt kann eine ältere Urkunde vorweisen, die sich selbst nennt.[1] Historiker verorten die erste Kirche der Region dort, wo heute die Liebfrauenkirche steht. Seit 1994 ist Arnstadt Kreisstadt des umliegenden Ilm-Kreises, mit knapp neunundzwanzigtausend Einwohnern.[1]
Wo Bach anfing, 1703–1707
Im Sommer 1703 war die neue Orgel der Neuen Kirche fertig, und die Stadt lud den achtzehnjährigen Johann Sebastian Bach ein, sie abzunehmen. Er blieb bis 1707 als ihr Organist — seine erste feste Stelle, und das erste Mal, dass ihm eine Orgel ganz zur eigenen Verfügung stand. Die Kirche trägt seither seinen Namen.
Eine Fürstin und ihre Puppenstadt
Im Neuen Palais verbrachte Fürstin Auguste Dorothea von Schwarzburg-Arnstadt fünfunddreißig Jahre ihrer Witwenschaft damit, Mon plaisir zu bauen, eine barocke Miniaturresidenz in zweiundachtzig Szenen. Das Schloss zeigt, was davon erhalten ist, derzeit in einer wechselnden Ausstellung, während die Sammlung restauriert wird — alle paar Monate ein neues Thema.
Was Besucher fragen
- Wofür ist Arnstadt bekannt?
- Als ältester urkundlich belegter Ort Thüringens, erstmals 704 genannt,[1] und als die Stadt, in der Johann Sebastian Bach von 1703 bis 1707 seine erste Organistenstelle hatte.
- Warum gilt Arnstadt als älteste Stadt Thüringens?
- Eine Urkunde von 704, mit der Herzog Hedan II. dem angelsächsischen Bischof Willibrord Land schenkte, nennt den Ort — keine andere thüringische Stadt kann eine ältere Urkunde vorweisen, die sich selbst nennt.[1]
- Was tat Bach in Arnstadt?
- Mit achtzehn nahm er 1703 die neue Orgel der Neuen Kirche ab und blieb bis 1707 als ihr Organist — seine erste feste Stelle. Die Kirche trägt seither seinen Namen.
- Was ist die Puppenstadt Mon plaisir?
- Eine barocke Miniaturresidenz in zweiundachtzig Szenen, die Fürstin Auguste Dorothea von Schwarzburg-Arnstadt im Neuen Palais über fünfunddreißig Witwenjahre baute; das Schloss zeigt heute in einer wechselnden Ausstellung, was davon erhalten ist.
Quellen
- Arnstadt — Wikipedia, abgerufen am 30. August 2026
Auf einen Blick
Höhepunkte & Sehenswertes
Historische Bedeutung
Der älteste urkundlich belegte Ort Thüringens (erstmals 704 genannt) und die Stadt, in der Johann Sebastian Bach von 1703 bis 1707 seine erste Organistenstelle hatte.
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Historische Orte
Die Kirche, in der Bach von 1703 bis 1707 seine erste Organistenstelle hatte.
Das Schloss mit Fürstin Auguste Dorotheas Puppenstadt Mon plaisir.
Neben dem Naumburger Dom einer der bedeutendsten Kirchenbauten Mitteldeutschlands aus dem 13. Jahrhundert, auf dem Standort von Arnstadts erster Kirche.
Lesenswert
Persönlichkeiten
1749–1832 • Dichter • Staatsmann • Naturforscher
1759–1805 • Dichter • Dramatiker • Historiker
1739–1807 • Herzogin • Regentin • Mäzenin • Komponistin
1883–1969 • Architekt • Gründer und Direktor des Bauhauses • Lehrer
Historische Orte
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